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Zwischen Drachen und Laserstrahlen …

Noelle Stevenson: Nimona

Stevenson, Noelle - Nimona

Inhalt

Wie jeder Superheld braucht auch jeder Superschurke einen Sidekick. Zumindest versucht Nimona, eine Gestaltwandlerin, das Ballister Blackheart klarzumachen. Dabei will der Bösewicht nichts als seine Ruhe – und was soll er überhaupt mit einem Kind anfangen? Schnell stellt sich heraus, dass Nimona nicht so einfach lockerlässt, und bevor Blackheart weiß, wie ihm geschieht, verschwimmen mit der Hilfe seines neuen Sidekicks die Grenzen zwischen Gut und Böse …

Quickfacts

Autor: Noelle Stevenson
Titel: Nimona
Preis: 19,95€ (TB) | 15,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-95839-960-0
Verlag: Minisplitt (Splitter Verlag)
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Dieser Comic ist Hai-tastisch! (Ja, das war ein schlechter Pun.) „Nimona“ stand schon seit einigen Monaten auf meiner Wunschliste, und da ich eine Bestellung aufstocken musste, habe ich mir diesen Comic gegönnt. Eigentlich wusste ich anfangs recht wenig drüber, den Klappentext hatte ich mal knapp überflogen, nachdem ich von einer Bloggerin den Tipp zu diesem Comic bekam. Aber recht schnell habe ich mich in die Figuren verliebt und vor allem in den trockenen Humor, der die gesamte Geschichte durchzieht.

Nimona, unsere Protagonistin, will ein Sidekick werden. Aber nicht einfach irgendein Sidekick: Der Schurke Ballister Blackheart hat es ihr angetan. Blackheart kann anfangs nicht so richtig was mit seinem neuen Sidekick anfangen (Sie ist ja noch ein Kind! Und Kinder sind so anstrengend! Und Nimona ist so viel mörderischer veranlagt als er!), aber das ändert sich mit der Zeit. Ich fand die Beziehung zwischen diesen Charakteren unglaublich gut gemacht, denn Blackheart sieht sich bald auch in der Verantwortung, für Nimona zu sorgen. Da spielt auch ihre Hintergrundgeschichte eine große Rolle, die er erst im Laufe der Zeit aufdeckt. Trotzdem sind die Gespräche zwischen den beiden unglaublich unterhaltsam und ich habe oft vor mich hingekichert, wenn ihre unterschiedlichen Mentalitäten aufeinandergeprallt sind.

Auch die restlichen Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet, seien das nun Goldenloin, der edle Ritter in goldener Rüstung, der Blackheart das Leben schwer macht, während die beiden auch eine besondere Vorgeschichte verbindet, oder die verrückte Wissenschaftlerin, die sich nicht wirklich um Rangkämpfe schert – sie alle hatten coole Hintergrundgeschichten, viele Facetten und haben sich stimmig in die Handlung eingefügt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ein Charakter da war, um einfach nur da zu sein. Zudem hat dieser Comic geschafft, was ich seit Ewigkeiten predige: Wir haben hier Figuren mit körperlichen Behinderungen, von Heterosexualität abweichenden Beziehungen und Mädchen, deren Figuren nicht den Schönheitsstandards der Gesellschaft entsprechen. Und das alles in einem Fantasy-Setting und so gut aufgegriffen, ohne großes Trara drum machen zu müssen, dass man merkt, die Autorin hat begriffen: Das sind ja auch nur alles normale Menschen! (Abgesehen von Nimona mit ihren Fähigkeiten, aber hey, das ist ein anderes Thema.)

Außerdem: Worldbuilding! Mittelalterliches Setting, gepaart mit Wissenschaft und Laboren und Laserstrahlen und Zauberei. Science meets Dragons – ja, das passt perfekt. Der Zeichenstil hat wundervoll zu den Charakteren und der Welt gepasst, ich habe ein richtiges Faible dafür entwickelt. Und ich liebe die Farben! Und die Darstellung von Bewegungen und Stimmungen und die ganzen versteckten Symbole im Comic … Hach, ich könnte noch ewig schwärmen. Denn mal ehrlich: Über 250 Seiten waren mir nicht genug. Die Entwicklungen in der Storyline, das Aufheben von Genregrenzen und Klischees, Nimonas Vorgeschichte und wie diese weiterentwickelt wird, die ganzen Intrigen und Geheimnisse und die tollen, ambivalenten Beziehungen zwischen den Figuren: Ich. Will. Mehr.

„Nimona“ ist vollkommen zurecht ein Comic, der schon für etliche Preise nominiert und auch ausgezeichnet wurde. Noelle Stevenson hat eine bunte, vielfältige Welt geschaffen, in der Gut und Böse auf unterschiedlichste Art zusammenprallen, in der man sich immer wieder neu verlieren kann und die auch den Leser miträtseln lässt. Wenn ihr noch Zweifel habt: Schmeißt sie beiseite und lest „Nimona“. Ich habe es zumindest nicht bereut.

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Ein Kommentar zu „Zwischen Drachen und Laserstrahlen …

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