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Liebesdrama in Verona mit Robotern und Ninjas …

Ryan North: Romeo and/or Juliet – A chooseable-path Adventure

North, Ryan - Romeo and:or Juliet

Inhalt

Romeo und Julia ist euch zu langweilig? Schwierige Sprache, alles so alt – wie wäre es denn, wenn ihr selbst bestimmen könnt, wie die Protagonisten sterben (oder nicht)? Ob Piraten, Ninjas, Mülltonnen, in denen sich Romeo versteckt – in Verona ist alles möglich, und du entscheidest!

Quickfacts

Autor: Ryan North
Titel: Romeo and/or Juliet – A chooseable-path Adventure
Preis: 16,99€ (Paperpack) | 15,29€ (E-Book)
ISBN: 978-1-10198330-0
Verlag: Riverhead Books
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich dieses Buch seriös bewerten soll, weil ich mich selbst vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten kann, wenn ich daran denke. Daher wird diese Rezension vielleicht etwas anders als die gewohnten – aber schließlich ist auch „Romeo and/or Juliet“ ein sehr andersartiges Buch. Was auch immer Ryan North sich da ausgedacht hat – ich liebe es.

In „Romeo and/or Juliet“ hat man die Möglichkeit, „Romeo und Julia“ selbst durchzuspielen. Das Buch ist sehr jugendlich und frisch gehalten, das Englisch ist nicht besonders schwer zu verstehen, sodass es für Klassikermuffel auch eine gute Vorbereitung auf Shakespeares Geschichte ist. Aber es wäre ja langweilig, wenn man Shakespeares Weg gehen würde, nicht wahr? Also habe ich tatsächlich, weil ich es so lustig fand, drei Wege gespielt, die alle ganz unterschiedlich waren.

Zu Anfang erhält man eine kleine Einweisung, wie das Buch zu spielen sei, was ich aber auch sehr intuitiv finde. Shakespeares Weg ist dabei mit Herzchen neben den Wahlmöglichkeiten gekennzeichnet, ansonsten kann man selbst bestimmen, welchen Weg die Charaktere einschlagen sollen. Außerdem muss man sich entscheiden, ob man mit Romeo oder Juliet spielen will. Hier kommen also meine Versuche, bei denen ich mich vor Lachen kaum noch halten konnte:

Versuch Nummer 1, der Ninja-Trick: Juliet ist ein Mädchen, das auf Jungs und Muskeln spielt. Ihre Mutter unterdrückt sie sehr stark, aber dafür trainiert Juliet und ist auf dem besten Weg, Bodybuilderin zu werden. (Ich hab mich hier schon vor Lachen weggeschmissen.) Eines Tages trifft sie Romeo in der Stadt, will ihn unbedingt wiedersehen, aber ihre Mutter verbietet es ihr. Sie wagt einen Anflug von Rebellion und geht zum vereinbarten Treffpunkt – nur wartet da nicht Romeo auf sie, sondern eine Gruppe von Ninjas, die ihn auch aufgehalten haben. Juliet schließt sich den Ninjas an und lebt glücklich und zufrieden, weil die ihre Muskeln zu schätzen wissen. Der Klassiker.

Versuch Nummer 2, bzw. mein Cheatweg, auf dem ich Romeo zigmal wiederbelebt habe: Romeo ist ein junger Mann, der am liebsten von der Liebe leben würde. Er ist sehr verliebt in Rosalie, sie aber nicht in ihn. Als er seinen Cousin Benvolio in der Stadt trifft, gehen sie gemeinsam frühstücken (1. Tod, weil er sich an seinem Frühstück verschluckt), nachdem sich Romeo vor ihm in einer Mülltonne verstecken wollte (nice try, nur leider war sie zu klein, obwohl Romeo sich extra eine Mandarinenschale auf den Kopf gelegt hat). Romeo will die Capulets und Montagues vereinen und beschließt, sich ins Schloss der Capulets zu schleichen. Dort hatte ich die Wahl, ob ich Romeo als Wand oder Magd verkleiden lasse. Als Wand ist er leider unfähig und stirbt wieder, als Magd schaffe ich es tatsächlich, dass er mit Juliet zusammenkommt. Sie heiraten vom Fleck weg.

Versuch Nummer 3, mein Lieblingsship: Für diesen Weg habe ich vier Stunden gebraucht, aber in der Kurzfassung: Romeo und Mercutio kommen zusammen, Juliet wird auch hier Ninja-Braut. Ich liebe diesen Versuch!

Wie ihr seht, sollte man dieses Buch echt nicht zu ernst nehmen, aber ich finde es wahnsinnig witzig, die einzelnen Wege auszuprobieren (und Romeo nicht sterben zu lassen). Die Charaktere sind jugendlich gestaltet, es macht echt Spaß, den Schreibstil zu lesen. Ob Riesenroboter, Ninjas, Piraten, oder das ganz normale Teenie-Drama – in „Romeo and/or Juliet“ kommt wirklich jeder auf seine Kosten, denn es gibt seriösere oder richtig abgedrehte Wege. Abgerundet werden diese noch von lustigen kleinen Cartoons und Illustrationen, die das Glück und Leid gut darstellen. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch noch auf Deutsch übersetzt wird, kann es aber auch den Lesern empfehlen, deren Englisch an manchen Stellen noch Lücken hat, denn der Schreibstil ist wirklich einfach und witzig gehalten. Die „Hamlet“-Version will ich unbedingt auch noch ausprobieren!

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3 Kommentare zu „Liebesdrama in Verona mit Robotern und Ninjas …

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