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Auf der Jagd um dein Herz …

Jess A. Loup: Enchanted – Elfenspiel

Loup, Jess A. - Elfenspiel

Inhalt

Zur Feier seiner Volljährigkeit darf sich Tyric einem besonderen Brauch des Lichten Volks der Sidhe fügen: In einer Hetzjagd wird er von ausgewählten Damen seines Volkes durch die Wildnis getrieben. Wer ihn überwältigen kann, gewinnt – und wird an seiner Seite Königin. Doch als eine dunkle Magie Tyric fortreißt und in die Gebiete der Menschen bringt, begegnet er der erblindeten Faye – und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Quickfacts

Autor: Jess A. Loup
Titel: Enchanted – Elfenspiel
Preis: 4,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-646-30085-7
Verlag: Dark Diamonds
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt. Und ich hatte so sehr gehofft, dass mich Jess A. Loups Titel aus dem Hause Dark Diamonds überzeugen kann, nachdem ich in letzter Zeit beim Label Impress dauernd danebengegriffen haben. Allerdings war das auch hier der Fall, und nicht einmal die Elfenthematik in „Enchanted – Elfenspiel“ hat für mich noch etwas an dem Buch retten können.

Begonnen hat mein Leseerlebnis damit, dass ich mich von einer Wand aus Text erschlagen sah. Ich bin nun eigentlich echt nicht der Mensch, der so was kritisiert, aber ja, auch das Setzen von Absätzen kann sehr viel für ein Buch tun. Hier verlor ich recht häufig die Zeile, weil die Abschnitte so lang waren, bis der nächste Absatz kam. Hinzu kam auch etwas, was mich noch mehr aus dem Lesefluss gerissen hat – die ausschweifenden Details. Alles wurde extrem lang und breit erklärt, wo sich welcher Topf befindet und welche versteckten Schränke es in der Hütte gibt, in der unsere Protagonisten den Großteil des Buchs verbringen. Mir war das einfach zu viel, es hat den Elan aus der Geschichte genommen und mich auch immer öfter Passagen überfliegen lassen.

Die Protagonisten waren für mich aber im Wesentlichen das, was das Buch ruiniert hat. Ich habe mich bei den Elfen schon auf brutalere und durchaus intrigante Wesen gefreut. Erst recht bei Prinz Tyric. Immerhin gehört er den Sidhe an, die sind nicht gerade dafür bekannt, Sonnenschein zu verbreiten. Allerdings war sein Charakter für mich einfach dermaßen widersprüchlich, dass ich damit absolut nicht klarkam. Bereits am Anfang gibt er zu, dass alle in seinem Volk denken, er würde bei der Hatz sowieso keine Stunde durchhalten. Allerdings ist er schon seit Tagen auf der Flucht, bevor er zu einem Fluss gelangt, mitgerissen wird und beim Primitivvolk – den Menschen – landet.

Man merkt an vielen Stellen sehr deutlich, wie verweichlicht er ist, so gibt er offen zu, dass er nicht jagen kann und sich deshalb von Wurzeln und Beeren ernähren musste, erlegt aber später eine Wildkatze, trägt ein paar Wunden davon und steht als glorreicher Held da. Außerdem ist er Faye, der weiblichen Protagonistin, die durch das Erwachen ihrer eigenen Magie erblindet ist, so fürchterlich angeberisch gegenüber, obwohl er sich schon an zwei Feuersteinen den Finger quetscht … Ich führe das jetzt nicht weiter aus. Allerdings erschließt sich mir auch die Logik nicht, warum man die Stärkste unter den weiblichen Sidhe suchen muss, wenn der Prinz bisher im goldenen Käfig gelebt hat und sich nie die Hände schmutzig machen musste.

Generell haben sich die Szenen schon sehr gezogen, und auch der Schreibstil wirkte mir an vielen Stellen zu gestelzt. Es wurde mehr erzählt als gehandelt, etwas, das ich gar nicht mag, denn so konnte ich mich auch in die Charaktere kaum reinfühlen. Tyric war mir so unsympathisch, weil es für ihn ab dem dritten Kapitel nur noch darum zu gehen scheint, wie er Faye ins Bett bekommt – und anregend fand ich seine ganze Art nicht. Am liebsten hätte ich Faye gepackt und sie irgendwo in Sicherheit vor ihm gesperrt. Allerdings gibt sie – abgesehen von einigen Sprüchen – auch nicht wirklich Kontra.

Die Hatz, von der eigentlich im Klappentext die Rede ist, wird nur so beiläufig abgehandelt, man bekommt aus anderen Perspektiven ab und zu Einblicke, wie die gerade abläuft. Dabei fehlt es der Story zwischen Faye und Tyric an Dynamik und Energie, ich hatte das Gefühl, dass da eine Fillerszene an die nächste gereiht wurde.

Alles in allem war „Enchanted – Elfenspiel“ für mich ein Buch mit zu vielen Schwächen. Unsympathische Protagonisten, deren Gefühlswelten mir fremd blieben, eine Story mit mehr Längen als Handlung und ein Schreibstil, der an vielen Stellen mit Klischees und ausschweifenden Erzählungen aufwartet – die Fortsetzung werde ich mit Sicherheit nicht mehr lesen.

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Ein Kommentar zu „Auf der Jagd um dein Herz …

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