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Dein Herz gegen ein Königreich …

Amy Tintera: Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt

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Inhalt

Im Krieg der vier Königreiche gibt es kein Erbarmen. Das musste auch Emelina schon früh verstehen, als ihre Mutter, die Königin Ruinas, getötet wurde. Seitdem ist ihre kleine Schwester in Gefangenschaft. Doch Em hat einen Plan: Wenn sie die Verlobte des Prinzen Casimir von Lera tötet und deren Platz einnimmt, erhält sie wertvolle Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Schwester – und kann die Rache üben, nach der sie sich sehnt. Doch ihr Herz macht ihr einen Strich durch die Rechnung …

Quickfacts

Autor: Amy Tintera
Titel: Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt
Preis: 12,99€ (E-Book) | 16,00€ (HC)
ISBN: 978-3-95967131-6
Verlag: HarperCollins ya!
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Es gibt Bücher, da fragt man sich wirklich, wieso Autoren so gute Ideen ungenutzt lassen und immer wieder zu denselben Klischees greifen, wenn es an die Ausführung ihres Plots geht. Und obwohl „Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt“ anfangs nicht zu diesen Büchern zu zählen schien, ist es mir immer schwerer gefallen, dieses Buch von Amy Tintera zu lesen, je weiter ich in der Handlung vorankam.

Am Anfang war ich wirklich überzeugt von dem Buch. Coole Handlung! Coole Charaktere! Eine gestürzte Prinzessin, die ein totaler Badass ist und nicht vor Mord zurückscheut! Yay!

Und dann kam Casimir, auch Cas genannt. Und mit ihm alle Klischees, die man aus dem Genre kennt. Mädchen trifft Jungen, verliebt sich wider Willen, muss sich zwischen Herz und Königreich entscheiden.
Ich war wirklich enttäuscht, dass sich das Buch so schnell in eine so vorausschaubare Richtung entwickelt hat. Der Plot plätscherte bis zur Mitte des Buchs vor sich hin, dann kamen noch ein paar Wendungen, die ich aber nicht wirklich überraschend fand. Durch den leichten Schreibstil lässt sich das Buch zwar schnell weglesen, aber richtig spannend fand ich es nicht. Und weder Emelina, noch Casimir hatten wirklich Tiefgang. Auch die Nebencharaktere blieben sehr blass und wurden gerade mal angekratzt, wenn es beispielsweise um die Kräfte der Ruined ging, die Casimirs Vater, der König von Lera, jagen lässt.

Das bringt mich auch schon zu meinem nächsten Punkt: Wenn im Titel eines Buchs bereits auf die Königreiche Bezug genommen wird, erwarte ich ein anständiges Worldbuilding mit Informationen zu Historie und dem aktuellen Stand. Und hier kommt auch noch der ganze Zustand des Krieges dazu, aber so einen richtigen Einblick, wer jetzt mit wem wieso verbandelt ist, hat man nicht erhalten. Die Namen der Königreiche, Olso, Vallos, Ruina und Lera waren das Einzige, woran ich sie erkannt habe – alles andere war gänzlich austauschbar. Durch den Schreibstil fiel es mir zugegebenermaßen auch sehr schwer, herauszufinden, wie weit diese Königreiche in ihrer Entwicklung sind. Kutschen, Könige, aber Frauen bedienen sich auch mal munter an T-Shirts und Hosen. Manches Mal hat der Schreibstil so drastisch modern geklungen, dass ich gern das englische Original überprüft hätte, ob es nur an der Übersetzung oder tatsächlich am Buch selbst liegt.

Was mich dann aber doch wieder schwanken ließ in meiner Negativität zum Buch, war das Ende. Mit einer weiteren Figur kam nämlich richtig Schwung in die Sache, es wurde wieder blutiger und viel interessanter von den Möglichkeiten her. Aber ob das reicht, um den zweiten Band auch noch zu lesen, weiß ich bisher noch nicht, auch wenn das Ende mit dem Cliffhanger eine ziemlich spannende Situation zeigt.

Eine Sache hat mich aber wirklich das komplette Buch hindurch gestört: Die offensichtlichen Fehler, die ein gutes Lektorat bzw. ein Korrektorat mit Stilprüfung auch hätte finden müssen. Fehlende Leerzeichen, vergessene oder falsche Buchstaben, Logikfehler und teils sehr abstruse Satzkonstruktionen sind wohl einer Übersetzung geschuldet, die man hier einfach strenger hätte prüfen müssen. Und bei der Häufung der Fehler hat das leider auch das Lesevergnügen getrübt.

Alles in allem war „Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt“ leider ein Titel, der mich sehr zwiegespalten zurückgelassen hat. Die Ausführung konnte einfach nicht mit der Idee mithalten, aber das Ende hat doch noch einiges an Fragen offen gelassen und ich bin schon versucht, auch den zweiten Teil zu lesen. Möglicherweise kann mich dieser ja durch die neue Charakterkonstellation mehr überzeugen.

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