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Die Dunkelheit hat Nimmerland fest im Griff …

Salome Fuchs: Nimmerlands Fluch

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Inhalt

Jedes Menschenkind kennt die Geschichte des Jungen, der nie erwachsen werden wollte. Doch was, wenn sie eine Lüge ist? Wenn Peter Pan seine dunkelste Seite offenbart und nur ein besonderes Mädchen, eine Ausgestoßene, Nimmerland zu retten vermag? Fay wuchs bei einer grausamen Familie auf, ohne zu wissen, dass sie eine Tochter Nimmerlands ist. Doch reicht das aus, um ihr die Kraft zu geben, gegen den dunklen Dämon anzukämpfen, der das Reich terrorisiert?

Quickfacts

Autor: Salome Fuchs
Titel: Nimmerlands Fluch
Preis: 12,90€ (TB) | 3,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-95991-675-2
Verlag: Drachenmond Verlag
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

„Peter Pan“ gehört mitsamt der Fortsetzung definitiv zu den Disney-Filmen, die ich in meiner Kindheit am häufigsten gesehen habe. Dementsprechend war mir klar, dass ich „Nimmerlands Fluch“, das sich als sehr düstere Interpretation der Sage rund um den Jungen, der nie erwachsen werden wollte, vermarktet, unbedingt lesen musste. Und obwohl meine Erwartungen nicht direkt enttäuscht wurden, ist doch einfach der legendäre Funke bei mir nicht übergesprungen.

Was ich auf jeden Fall toll fand, waren die zahlreichen Beschreibungen Nimmerlands, die vielen Ideen und Details, die der Story von Salome Fuchs so einen düsteren, erwachseneren Ton gegeben haben. Die Welt ist auf jeden Fall mit viel Liebe zum Detail gebaut und man erhält trotzdem einen schnellen Überblick, aber man sollte sich schon vorher zumindest mal grob mit der Originalgeschichte oder der Disney-Adaption beschäftigt haben, sonst sind manche Aspekte, die als selbstverständlich dargestellt werden, sehr verwirrend.

Interessant fand ich tatsächlich auch den Twist der Story. Soweit ich mich erinnere, ist Peter Pan auch im Original nicht gerade der Junge, den man als Vorbild betrachten kann, wobei hier seine Wandlung zu einem Dämon das Ganze noch schauriger und extremer darstellt. Auch seine Vorgeschichte hierzu fand ich sehr plausibel und man erfährt mit der Zeit mehr über das, was hinter dem Antagonisten steckt.

So gut mir also der dunkle Touch der Geschichte gefallen hat, so wenig konnte ich mit dem Schreibstil anfangen. Dieser war leider absolut nicht mein Fall, alles war mir etwas zu schnell und teilweise zu „nebenbei“ abgehandelt. Außerdem hat dies auch dafür gesorgt, dass ich eine große Distanz zu den Protagonisten beibehalten habe, da ich mich schon durch den Schreibstil nicht wirklich in ihre Gefühlswelten einfühlen und mich nicht mit ihnen identifizieren konnte.

Fay ist unsere Protagonistin in der Geschichte und hat ein ziemlich grausames Elternhaus hinter sich, das sie adoptiert hat. Als Leser erfährt man schon früh, wer sie wirklich ist, doch ich konnte leider auch nach ihrer Ankunft in Nimmerland einfach keinen Bezug zu ihr aufbauen. Ja, irgendwo hat mich ihre Geschichte berührt. Aber ich hatte teilweise das Gefühl, dass sie nur auf wenige Aspekte ihrer Persönlichkeit begrenzt war und auch ihre Entscheidungen waren für mich oftmals sehr unverständlich. Manche Gegebenheiten hinterfragt sie gar nicht oder verfällt gleich in Trotzreaktionen, wenn sie nicht mal die Hälfte der Wahrheit weiß. Hier hat man doch stark ihre kindliche Ader gespürt. So ging es mir auch mit den restlichen Charakteren. Nur einer, der etwas später auftaucht und wesentlichen zum Ausgang des Buches beiträgt, konnte mich etwas näher mitfühlen lassen.

Was mir aber vor allem die zweite Hälfte des Buchs noch unnahbarer und anstrengender gemacht hat, war Nahuel. Einzeln als Charakter, der Fay als normaler Freund auf ihrer Mission zur Rettung Nimmerlands begleitet, hätte ich ihn toll gefunden. Aber als Love-Interest wirkte mir die Geschichte der zwei so fürchterlich aufgesetzt und konstruiert, dass in meinem Kopf schon beim ersten Gedanken Fays an ihn die Instalove-Warnsirenen angingen. Das hat für mich einfach vorne und hinten nicht gepasst, stattdessen hätte man für meinen Geschmack hier auf eine platonische Freundschaft zurückgreifen können, die wundervoll gepasst hätte.

Alles in allem hat aber das Worldbuilding und die grundsätzliche Story mit dem dunklen Twist des Nimmerlands viel rausgerissen und für mich wieder wettgemacht, weshalb ich das Buch solide fand. Es gehört leider nicht zu meinen Lieblingen aus dem Drachenmond Verlag, aber man spürt die Liebe, die Salome Fuchs in das Werk gesteckt hat, und andere werden mit dem Schreibstil und den Charakteren sicherlich besser zurechtkommen als ich. Wer aber auch mal etwas düsteres lesen möchte und auch nicht vor heftigeren, ekligeren Szenen zurückschreckt, wird hier eine Welt und einen Antagonisten finden, die es in sich haben!

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4 Kommentare zu „Die Dunkelheit hat Nimmerland fest im Griff …

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