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Im Wüstensand findest du deine Bestimmung …

Bettina Auer: Prinzessin der Wüste – Verkauft

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Inhalt

Als Tochter eines Pirats und einer Prinzessin hat Sarlia ihren eigenen Kopf. Schon früh auf sich allein gestellt, von der Gesellschaft gemieden und ausgegrenzt, weiß sie auch, wie sie ihre Ziele erreicht – bis ihr Vater sie holen kommt und ihre Verlobung bekannt gibt. Nicht mit Rian, ihrem besten Freund, sondern einem ihr unbekannten Prinzen! Sarlias Rebellion nützt ihr nichts, sie wird in das Königreich in den Wüstenlanden gebracht. Doch kann sie dort auch zwischen den Palastintrigen bestehen?

Quickfacts

Autor: Bettina Auer
Titel: Prinzessin der Wüste – Verkauft
Preis: 9,90€ (TB) | 2,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3959629003
Verlag: Papierverzierer Verlag
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Ich scheine in letzter Zeit echt ein Faible für kurze Geschichten zu entwickeln, weshalb es mir gerade recht kam, dass Bettina Auers „Prinzessin der Wüste – Verkauft“ noch auf meiner Wunschliste stand. Mit seinen etwas über 100 Seiten ist das Buch recht kurz, hat aber einiges an Input. Allerdings konnte der mich leider nicht rundherum überzeugen und ich bleibe mit einer recht geteilten Meinung zurück.

Anfangs mochte ich die Geschichte wirklich gern und fand auch Sarlia interessant, die hier als Protagonistin fungiert. Allerdings wurde ihre entschlossene Art vollkommen aufgeweicht und ich habe mich dabei ertappt, wie ich schon bald von Bewunderung zu Genervtheit rüberschwenkte. Shiraf, der Prinz, an den sie verkauft wird, beschreibt sie tatsächlich einmal sehr treffend, in dem er ihre kindische Art anspricht. Sie stellt alles in Frage, nichts passt ihr. Einem Konflikt kann sie sich nicht anders stellen als mit Schreien, Heulen, Türenschlagen und vor sich hin schmollen.

Ein Glück gab es da noch andere Charaktere. Rian, ihr bester Freund, hat am Anfang der Geschichte seinen Auftritt und landet wie Sarlia an Bord des Schiffs ihres Vaters. Auf seinen Teil der Geschichte, der in den Fortsetzungen sicher größer ausfallen wird, bin ich sehr gespannt. Auch die beiden Prinzen Shiraf und Karem haben mir sehr gut gefallen, sie haben mit ihrer Rivalität und ihrem politischen Kalkül für Spannung und Intrigen gesorgt, die am Hof wichtig sind.
Und dann kam sie: Talia. Oh Leute, endlich! Eine Frau, die weiß was sie will und es sich holt. Und nicht auf so eine Kleinmädchenweise wie Sarlia, der auf magische Weise irgendwie doch alles zuzufliegen scheint, nein, Talia benutzt Magie und ihren Verstand dafür. Ich hoffe sehr, dass auch sie in den Fortsetzungen noch eine große Rolle spielt, denn hier fiebere ich definitiv auf Seiten der Antagonistin mit.

Beim Plot bin ich leider auch noch etwas zwiegespalten in meiner Meinung. Einerseits habe ich das Gefühl, dass hier sehr viel Potenzial vorhanden ist, andererseits ist mir einfach zu vieles zu oberflächlich. Die Charaktere, die Geschichte, alles wird nicht richtig in die Tiefe ausgeführt. Das ist bei der Seitenzahl kein Wunder, aber in meinen Augen verschenktes Potenzial, denn hier wäre noch viel rauszuholen. Ebenso verhält es sich beim Worldbuilding: Es könnte episch sein, aber leider wird es immer nur so kurz angeschnitten, dass es nicht richtig durchdringt. Worin besteht die Magie, wer kann sie besitzen, wie kann sie sich entfalten? So viele Fragen bleiben ungeklärt. Allerdings denke ich, dass das in den kommenden Teilen durchaus noch richtig gut werden kann, wenn man tiefer in die Materie einsteigt. Immerhin war der erste Band eine Einführung, in der die Welt, die Intrigen und die Charaktere vorgestellt werden mussten. Der richtige Feinschliff kann nun im weiteren Verlauf folgen und hangelt sich hoffentlich an einem etwas deutlicheren roten Faden entlang.

Bettina Auers Schreibstil war leider so gar nicht meins. Da auch hier viele Sätze eher abgehackt waren, hat es nur meinen Eindruck von der Oberflächlichkeit dieses Bandes verstärkt, aber das ist wohl Geschmackssache. Ich hätte noch etwas mehr Mystik in einer Welt gesucht, die mit dem orientalischen Charme durchaus bestechen könnte.

Alles in allem war „Prinzessin der Wüste: Verkauft“ ein Auftakt, der nicht meinen Vorstellungen entsprochen hat, mich aber trotzdem zum Weiterlesen animiert. Die Nebencharaktere konnten im Gegensatz zur Protagonistin überzeugen und ich hoffe, dass die nächsten Bände der Geschichte und der Welt eine Tiefe geben, die ich bisher noch vermisst habe. Aber ich bleibe gespannt!

 

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