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LGBTQA+ – der neue Hype der Bücherwelt?

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Heute beschäftige ich mich ein wenig mit einem Trend, der durch die Buchwelt geistert und bei mir manches Mal für Aufstoßen sorgt. Obwohl ich mich in den vergangenen Jahren ausführlich mit den verschiedenen Spektren im Bereich des LGBTQA+ beschäftigt habe und auch gern Lektüre dazu lese, stelle ich einige Tendenzen fest, die mir so gar nicht behagen. Um ehrlich zu sein, bringen sie mich eher dazu, diese Bücher inzwischen zu meiden, aus Angst, schon wieder enttäuscht zu werden.

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Wie bereits erwähnt lese ich gern Bücher in dem Genre, wobei ich vor allem lesbische und bi- bzw. pansexuelle Charaktere bevorzuge. Die typische Gay Romance ist nichts für mich, das habe ich schon einige Male festgestellt, weshalb ich die auch meist umgehe. Auch transsexuelle Charaktere finde ich unheimlich spannend und würde sie gern öfter in einer sensiblen Aufmachung in Büchern wiederfinden. Und das ist auch schon das erste, was mich an den Charakteren meist stört.

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Ein Roman mit vielschichtigen Charakteren: „Über ein Mädchen“ von Joanna Horniman mit zwei Mädchen, die nicht auf ihre Sexualität begrenzt werden!

1. Ich bin ein Mensch, nicht meine Sexualität

Charaktere haben bestimmte Züge. Wir kennen wohl alle das Klischee des schwulen besten Freundes oder der knallharten Lesbe, die Männer hasst. Aber wieso muss das in Büchern immer wieder eingesetzt werden? Charaktere, die nicht heterosexuell sind, werden so oft als Stereotypen gezeichnet und dienen manchmal nur dazu, ihre Sexualität zu verkörpern. Ich höre schon den entsetzten Aufschrei: „Wie jetzt, reicht es nicht, dass ich diverse Charaktere habe, müssen sie jetzt etwa auch noch Facetten haben? Aber wer soll denn das Gucci-Täschchen meiner Prota halten und ihr beim Umstyling helfen, wenn nicht der schwule beste Freund?!

Dabei sollten sie dreidimensional sein wie jeder andere auch. In einigen meiner Lieblingsbücher werden Charaktere auf dem Spektrum einfach auf diesen kleinen Aspekt ihrer selbst begrenzt – aber ganz ehrlich, habt ihr in der Realität schon Menschen getroffen, die nur ihre Sexualität verkörpern und sonst nichts anderes?

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Cornelia Funke hat es vorgemacht: In den „Wilden Hühnern“ entdeckt Wilma ihre Liebe zu Mädchen auf sensible Weise.

2. Mein Leben dreht sich nicht um mein Coming Out

Ja, sich in der Öffentlichkeit hinzustellen und zu sagen, dass man jemanden abseits der gesellschaftlichen Norm liebt, ist ein Kraftakt. Natürlich schwingen da tausend Gefühle mit. Angst, Verzweiflung, Vorurteile, Hilflosigkeit sind an der Tagesordnung. Aber ich bin es allmählich leid, das tausendste Coming Out zu lesen.

Gebt mir was Neues, gebt mir Charaktere, die mit sich selbst im Reinen sind, deren größte Sorge sich nicht darum dreht, was Eltern und Freunde von ihrer Liebe halten! Gebt mir Charaktere, die die Welt retten müssen und gleichzeitig lesbisch sein können. Gebt mir asexuelle Charaktere, die keinen Frosch küssen wollen und ihren Märchenprinz in ihrem besten Freund auf platonische Weise finden. Gebt mir transsexuelle Charaktere, die so viel mehr sind als ihr Geschlecht.

Kurz: Gebt mir Menschen, deren Geschichte nicht auf ihrer Sexualität fußt, und sei sie noch so außergewöhnlich.

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Weiter so, Lillith! In Lillith Korns „Finely Freytag“-Reihe werden schwule Charaktere nicht bloß als Aushängeschild benutzt. 

3. Bin ich ein Trend oder Aushängeschild?

Mir scheint es im Moment so, dass es bei Autoren im Kommen ist, ihre Charaktere so divers wie möglich zu gestalten – von Recherche ist dabei aber meistens Fehlanzeige. Sich tatsächlich mit diesen Menschen zu beschäftigen, ist ja nicht möglich, und daher begegnen uns so viele Klischees. Aber das scheint zu reichen. „Ich habe einen Schwulen eingebaut. Machen das heute nicht alle so?

Eigentlich finde ich es ja positiv, wenn die Charaktere diverser werden und auch große Verlage diesem Trend folgen, der mit der Ehe für Alle seit neuestem gesellschaftlich noch angesehener ist. Aber in vielen Fällen kommt es mir vor, als ob die Autoren sich nicht mit diesen Charakteren beschäftigen wollen, sondern sie nur als Aushängeschild für ihre eigene Toleranz nutzen. Wie ein Werbeplakat für sich: „Schaut mich an – ich habe es gewagt und über zwei Mädchen geschrieben, die sich küssen! Seht ihr, wie tolerant ich bin? Los, bewundert mich, ich tue ja so viel für die armen, unterdrückten Menschen!

Und das finde ich unheimlich schade, denn kommt schon, liebe Autoren: Es sind immer noch reale Gefühle, über die ihr schreibt. Versucht euch doch mal reinzufühlen, als sie nur für euch nutzen zu wollen – dann gelingen euch sicher auch Charaktere, die nicht dem Mainstream folgen, und Storylines, die interessante Helden mit anderen Zielen als der bloßen Akzeptanz ihrer Liebe zeigen.

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Nehmt euch ein Beispiel an Autoren wie Elizabeth E. Wein mit ihrem „Codename Verity“, Joanne Horniman mit „Über ein Mädchen“ oder Meg Haston mit „Alles so leicht“. So unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Zielen und Plots: Das wünsche ich mir in Zukunft für den Buchmarkt. Den Trend ins Positive kehren, denn an sich ist er nicht schlecht. Aber wer Charaktere abseits der gesellschaftlichen Norm schreiben will, sollte sich auch ordentlich damit beschäftigen und sich mehr trauen.

Wie steht ihr dazu? Seid ihr gerade zufrieden, oder könnt ihr meinen Punkten zustimmen? Was haltet ihr von dem aktuellen Trend, habt ihr ihn überhaupt schon bemerkt? Ich weiß, dass ich einigen Autoren hier auf den Schlips trete, aber das Thema liegt mir sehr am Herzen – ebenso wie eure Meinung dazu. Lasst mir doch gern einen Kommentar dazu da und diskutiert mit mir darüber!

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20 Kommentare zu „LGBTQA+ – der neue Hype der Bücherwelt?

  1. Hey Klaudi 🙂

    Auf den Beitrag habe ich gewartet. 😉 Auch wenn ich mich in einem Punkt dezent angesprochen fühle – Ich finde mein Manuskript trotzdem gut. 😛 -, kann ich dir nur zustimmen. Vor allem bei dem Klischee mit dem schwulen, besten Freund, den mittlerweile gefühlt jedes 3. Jugendbuch besitzt.

    Erinnere mich mal daran, dass ich, sobald ich wieder etwas Luft habe, endlich „Über ein Mädchen“ und „Alles so leicht“ lese. Die stehen ja schon ewig auf meiner Wuli.

    Liebe Grüße
    Anni

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    1. Hey Anni 🙂

      Wie gesagt, ich weiß, dass ich damit ziemlich vielen auf die Füße trete. Ist aber alles gar nicht böse gemeint, nur sind das eben Trends, dir mir in letzter Zeit extrem gehäuft auffallen, also alles keine Einzelfälle 🙂

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      1. Weiß ich doch. 😉 Und ich fühle mich auch nicht auf die Füße getreten, denn natürlich hast du ja recht und ich stimme dir zu. Trotzdem werde ich mich vermutlich auch weiterhin auf die typischen Klischee-LGBTQA+ Bücher stürzen. 🙂

        LG
        Anni

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      2. Dann ist ja gut 😀 Ich denke auch, dass es gerade heutzutage unheimlich schwer ist, nicht in diese Klischees abzustürzen. Alle sind so darauf bedacht, politisch korrekt zu sein, bloß nichts Falsches zu sagen und zu tun, dass man lieber auf das Bekannte zurückgreift. Und das stärkt ja dann wiederum die Klischees. Alles nicht so ganz einfach …

        Liebe Grüße,
        Klaudi

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  2. Hey ein wirklich interessanter und wie ich auch denke wichtiger Beitrag 😉 ich habe Beispielsweise auch schon früh „Die wilden Hühner“ gelesen und geliebt, trotzdem ist man früher eher selten über Charaktere mit LGBTQA+ Hintergrund gestoßen. Mir ist der Trend in letzter Zeit auch aufgefallen, was ich auch gut finde, dass Leser allgemein damit konfrontiert werden. Je mehr man davon hört oder liest desto toleranter wird unsere Welt, jedenfalls hoffe ich das 🙂
    Ich denke aber auch, dass viele diese Möglichkeit ausnutzten, wie du schon gesagt hast. Allerdings habe ich bei dem Büchern, die ich gelesen habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht.

    Alles Liebe
    Sara

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    1. Huhu Sara! 🙂
      Schön, dass dir der Artikel gefallen hat, mir lag das Thema jetzt schon so lang auf der Zunge, ich musste endlich was dazu schreiben 🙂 Das Umdenken in der Gesellschaft finde ich auch richtig und wichtig, die Präsenz solcher Charaktere auch, aber an der Umsetzung mancher Geschichten hapert es meiner Meinung nach einfach noch. Ich freue mich, dass du bisher so glimpflich davongekommen bist 🙂 Ich denke auch, in Zukunft wird sich das sicherlich noch relativieren – auch in dem Bereich ist es wohl so, dass man einfach nach echten Perlen graben muss.

      Liebe Grüße,
      Klaudi ❤

      Gefällt 2 Personen

      1. Hi Klaudi,
        mir war gar nicht klar, wie viel Glück ich hatte^^
        Ja da hast du sicher Recht, wie bei allem, was gehypt wird muss man wohl einfach die Augen offen halten oder vermehrt andere Rezensionen durchstöbern 😉

        Alles Liebe ❤

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  3. Wie schön, dass der Beitrag da ist & ich stimme vollkommen zu! Sexualität sollte einfach wie eine weitere Eigenschaft des Charakters behandelt werden – nicht als ganze Identität, sondern als Teil davon.

    Abgesehen davon hängt es mir auch zum Hals raus, wenn das Coming out als Plotelement unnötig aufgeblasen wird. Das sehe ich in diversen amerikanischen Romanen ständig. Gut, es mag in den USA noch viele konservative Gegenden und Menschen geben, die tatsächlich aggressiv auf Homosexualität reagieren. Aber wenn das in nahezu jeder Geschichte thematisiert wird, frage ich mich doch, ob das der Realität entspricht …

    Übrigens habe ich vor kurzem von einer Online-Bekannten eine wunderbare Empfehlung bekommen, auf die ich schon ganz gespannt bin: Of Fire and Stars von Audrey Coulthurst. Sie meinte, da wird das Thema sehr realistisch & positiv dargestellt, vielleicht ist das ja auch was für dich?

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    1. Hallo Vanessa!
      Ja, endlich habe ich es geschafft. Ich bin auch happy, dass der Beitrag endlich landen konnte 🙂

      Das Thema Coming Out ist natürlich wichtig, das will ich auch gar nicht abstreiten. Ich hab ja selbst total Herzrasen gehabt, als ich meiner Familie von meiner Freundin erzählt habe. Aber ich denke da ebenso wie du – muss das denn in jedem Buch sein? Und in so vielen wirklich DER Aufhänger? Manchmal scheint es mir, als hätten LGBT+ Charaktere gar nichts anderes zu tun, als in der Welt herauszuposaunen, was sie lieben, und sich genau darüber Sorgen zu machen. Dabei gibt es noch so viele andere Themen, die man näher behandeln kann, genug Konfliktpotenzial ist ja da.

      Of Fire and Stars habe ich schon auf der Wunschliste 😀 Aber danke für den Tipp, ich bin auch schon ganz neugierig drauf! Heute wurde ich außerdem auf „Ash“ von Malinda Lo hingewiesen und habe mich direkt in den Klappentext verliebt. Die Autorin scheint gern lesbische Pärchen zu schreiben, zumindest habe ich bei ihr mehrere dieser in verschiedenen Büchern gefunden. Die werde ich mir wohl nach dem Urlaub mal zu Gemüte führen, gerade weil sie mit dem hohen Fantasy-Anteil echt was Anderes zu sein scheinen und die Sexualität da tatsächlich wie ein weiterer Charakterzug und nicht wie die gesamte Persönlichkeit behandelt werden könnte 🙂

      Danke für deine Meinung!
      Liebe Grüße,
      Klaudi ❤

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      1. Ja, das ist ein Teil … gemeint habe ich mit dem Coming out eigentlich die Reaktion der Umwelt. In so vielen Romanen (die ich dann zum Übersetzen bekomme) wird die amerikanische Kleinstadt- bzw. Landbevölkerung als so homophob dargestellt, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass dieses Bild der Wahrheit entspricht. Jemand hat mir zwar mal gesagt, dass das nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, aber … naja. Ich weiß nicht recht? 😀 Vor allem, weil das Bewusstsein und die Toleranz doch zu steigen scheinen, was man ja allein an der gleichgeschlechtlichen Ehe in vielen Ländern sieht.

        Ja, in Kombination mit Fantasy hab ich das fast lieber, Six of Crows scheint ja auch in die Richtung zu gehen (noch so ein Punkt auf meiner Liste). Sind bestimmt alles gute Bücher!

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  4. Hi!
    Ja, den Trend habe ich auch bemerkt und bin bereits auf einige richtig doofe und oberflächliche Bücher reingefallen :/ Ich möchter mehr casual LGBTQA+ Charaktere. Ich versuch das mal besser in Worte zu fassen. Charaktere, die, wie du gesagt hast, die Welt retten, zur Schule gehen, in eine fremde Welt eintauchen und halt lesbisch oder bi oder asexuell sind. Wo nicht darum gebangt wird, was andere denken, sondern vielleicht mal eine Welt kreieren, in der es völlig egal ist, welche sexuelle Orientierung und Gender man hat.
    Auch der ‚Quoten-Schwule‘ ist leider viel zu oft vorhanden. Diese Charaktere könnte man mit einer Stehlampe austauschen und der Plot wäre derselbe. Mehr Tiefe, mehr Facetten, da gebe ich dir völlig recht! 🙂
    Toller Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Klaudia (Namenskolleginnen!! :D)

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    1. Hallo Klaudia! (Yay, es kommt nicht häufig vor, dass ich noch eine Klaudia mit K „treffe“! Hast du zufällig auch ungarische Wurzeln? 😀 )

      Oh ja, da kann ich dir nur zustimmen! Gerade in manchen Fantasy-Büchern kommt es mir auch so vor, dass Charaktere abseits vom Heterosexuellen eher als Plot Device benutzt werden. Dabei wäre es doch gerade in neu erschaffenen Welten so leicht, das einfach als völlig normale Tatsache hinzustellen und eben keine Vorurteile anderer einzubauen, die erst überquert werden müssen.

      Liebe Grüße,
      Klaudi ❤

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, da hast du recht; ich habe noch nicht viele Klaudias getroffen, aber ich freue mich immer, wenn ich welche treffe. 😀 nein ich bin Südtiroler Abstammung.
        Hm, dann werden wir unsere diversen Bücher wohl selbst schreiben müssen 😀

        Liebe Grüße,
        Klaudia

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      2. Ui, auch eine schöne Ecke! 🙂
        Ja, ich bin schon dran 😀 Wobei einige andere Projekte noch Vorrang haben. Aber ich hoffe sehr, dass sich die besseren Darstellungen auch bald in der Bücherszene etablieren. 🙂

        Liebe Grüße,
        Klaudi ❤

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  5. Ich finde mich bei dem Thema immer in dem großen Dilemma, dass ich zwar gerne über vielfältige Charaktere lesen will aber gleichzeitig auch keine Lust darauf habe, wenn ihre Vielfalt aus großes Aushängeschild und/oder Alleinstellungsmerkmal einer Geschichte dient, als hätte sie sonst keine Substanz außer ihren queeren Inhalt. Und gerade bei Gay Romance habe ich oft das Gefühl, dass sie viel weniger der tatsächlichen Repräsentation als der Befriedigung einer gewissen Nische für hauptsächlich heterosexuelle Frauen dient, ohne dass der Inhalt außerhalb der schwulen Romanze wirklich wichtig wäre.
    Als Fantasy-Leserin möchte ich einfach nur ganz normale Bücher über Abenteuer und Quests und Magie lesen, deren Helden und Nebencharaktere nicht von Heteronormativität in irgendwelche Handlungen gepresst werden, sondern die bunt lieben und mit diesem Aspekt genauso viel oder wenig in die Geschichte eingebunden werden, wie heterosexuelle Hauptcharaktere. Idealerweise ist das so normalisiert, dass man davon nichts im Klappentext lesen kann – dann wiederum will ich ja genau solche Geschichten erkennen können … das ist eine dumme Zwickmühle.
    Ich schreibe selber auch und könnte nie etwas ohne LGBT+-Charaktere fabrizieren – in meinem ersten Fantasyskript ist die Protagonistin asexuell und einige Nebencharaktere lesbisch, bi, pan, poly, einmal genderfluid (was ich wahrscheinlich ganz furchtbar plump gemacht habe, aber ich wollte es zumindest probieren xD), in ganz unterschiedlichen Kapazitäten erwähnt oder deutlich gemacht, bei meinem Kinderbuch (in dem das Thema Romantik entsprechend nicht wirklich auftaucht) hat ein Charakter zwei Mütter, auch bei der Geschichte, an der ich gerade arbeite gibt es einige queere Charaktere. Die Geschichte an sich sollte aber darüber stehen, und die sexuelle Identität der Charaktere natürlich eingebunden sein, ohne dass sie herausstechen oder künstlich geschaffen wirken.
    Wer LGBT+-Charaktere nur für den Anschein von Diversität oder als cooles Gimmick schreibt, macht es definitiv nicht richtig, wenn man Charaktere entwirft die unter anderem queer sind, kommt automatisch etwas viel besseres dabei raus.
    Ich habe auch den Eindruck, dass Vielfältigkeit gerade noch sehr oberflächlich ist und hoffe einfach mal, dass da noch mehr kommt!

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  6. Dieser Beitrag ist wirklich Klasse!
    Ich sehe das genauso, ich finde es total schade, dass es nicht so viele normale Storys gibt. Die meisten sind fernab jeglicher Realität, oder als „Quotenschwuler“ eingebaut.
    Ich selbst habe es mir deshalb zur Aufgabe gemacht, in meinen Büchern die Storys normal und natürlich aussehen zu lassen. Es gibt für mich nichts schlimmeres, als ein Buch zu lesen und mir zu denken: komisch, so war das bei mir damals bestimmt nicht!

    Deshalb, klasse Beitrag! 👍🏼

    Gefällt 1 Person

  7. Huhu,

    ich muss jetzt tatsächlich auch mal aus der Autorensicht antworten. Denn mittlerweile liest man (vor allem bei englischsprachigen Bloggern, aber vermehrt auch bei Deutschen) bei jedem Buch, wo nicht mindestens ein PoC oder ein LGBT+-Char dabei ist, dass das Buch deshalb schlecht sei und nicht genug Minderheiten repräsentieren würde. Viele suchen ihre Bücher tatsächlich mittlerweile im Vorfeld danach aus, ob ihre Lieblingsminderheit überhaupt drin ist.

    Das setzt die Autoren unglaublich unter Druck. Denn in vielen Geschichten geht es gar nicht darum. Wenn es in einem Fantasy das Ziel ist, den Bösen zu besiegen, werden jetzt dennoch schwarze Elfen erwartet und ein Zwerg muss mindestens schwul sein. (Okay, doofes Beispiel, immerhin erkennt man bei Zwergen das Geschlecht erst, wenn man sie auszieht …)

    Ich glaube, dass einige der lieblosen Charaktere darauf zurückzuführen sind, dass das mittlerweile die Erwartungshaltung ist und man mindestens einen einfach einbringen MUSS. Dass man sich dann nicht weiter damit beschäftigt, liegt dann daran, dass die jeweilige der Minderheit zugehörige Eigenschaft eigentlich keinerlei Bedeutung für die Geschichte hat.

    Der Trend nervt mich übrigens auch als Leser und Blogger. Nicht, dass Schwule, Lesben, Behindere oder chronisch Kranke oder verschiedene Ethnien unter den Charakteren sind, das nicht. Sondern, dass sie drin sein MÜSSEN. Dass man als Blogger mittlerweile ausgeschlossen wird, wenn man nicht danach sucht. (Und möglichst auch die Autoren danach aussucht, dass sie mindestens einer Randgruppe angehören.) Ich habe kein Problem damit, darüber zu lesen. Und ich würde gern auch mal einen Charakter wie mich sehen (körperl. schwer behindert, chronisch krank, asexuell, aber nicht aromantisch). Aber ich hasse Autoren nicht, nur, weil sie das nicht mit einbinden. Ich lehne ihre Bücher nicht ab und werfe ihnen nicht vor, heteronorm zu denken, nur weil der Prota hetero ist.
    Nein, ich weiß, das machst DU nicht. Und unter deutschen Bloggern kam das bisher auch nur selten vor. Aber bei Tumblr gibt es teilweise regelrechte Shitstorms, nur weil von drei Hauptcharakteren (z.B. bei Harry Potter) keiner schwul oder schwarz ist.

    Daher hat der Trend eigentlich mittlerweile eher krebsähnliche, bösartige Auswüchse produziert, anstatt, dass er wirklich dafür sorgt, die Vielfalt unserer Welt positiv zu betonen, weshalb ich ihn langsam eher kritisch betrachte.

    Liebe Grüße
    Taaya

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  8. OH Gott wie ich dir recht gebe. Allein für den Satz mein Leben dreht sich nicht um mein Coming Out. Mich nervt das auch das in allen Büchern, Filmen und sonst noch so geht es um das Coming Out oder das Leute mit bestimmter Sexualität gemobbt werden oder Tod traurig sind. Schön das das auch anderen auffällt. Ich habe bemerkt, das Leute die Hetero sind sich aber meistens nur für das Coming out von anderen interessieren. Die sind total geil darauf mehr darüber zu erfahren. Ich verstehe das nicht aber ich wünsche mir auch Bücher wo die Charaktere nicht nur Klischees sind. Danke das du es aussprichst.

    Gefällt 1 Person

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