Joanne Horniman: Über ein Mädchen

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Inhalt

Annas Leben ist beschaulich. Normal. Unaufgeregt. Bis sie Flynn trifft. Denn Flynn verzaubert Anna mit den ersten Takten eines Gitarrenlieds, mit dem Servieren ihres Kaffees und den Blickkontakten, wenn sie sich begegnen. Aber Flynn und Anna schweigen viel. Und es brodeln Geheimnisse unter der Oberfläche, die die junge Liebe zerstören könnten.

Quickfacts

Autor: Joanne Horniman
Titel: Über ein Mädchen
Preis: 10,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-646-92524-1
Verlag: Carlsen
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

„Über ein Mädchen“ besitze ich schon sehr lange. Vor sieben Jahren habe ich es gekauft, gelesen, weiterverkauft. Und trotzdem ist das Buch irgendwie bei mir geblieben. Ich erinnere mich gut an das Gefühl, mit dem ich als 13-Jährige diese Geschichte beendet habe. Als es vor wenigen Jahren gebraucht erneut gekauft habe, weil es nicht mehr nachgedruckt wird, habe ich ein wenig getrauert, dass so wenige diese Geschichte kennen. Mit meinem Reread wollte ich mich davon überzeugen, dass es so gut ist, wie ich es in Erinnerung hatte.

Und das ist es. Die ganze Geschichte ist mir wieder unheimlich nahe gegangen. Anna und Flynn haben mich hinabgesogen und nicht mehr losgelassen, wobei ich gestehen muss, dass es jetzt einen Punkt gab, der mich eher gestört hat als früher.

Zur Story möchte ich gar nicht so viel verraten, da sie wirklich sehr ruhig ist. Action darf man hier nicht erwarten, es geht viel mehr um die Gefühle, die in einer sehr blumigen, poetischen Schreibweise vermittelt werden. Im Mittelteil erzählt Anna auch von ihrer Vergangenheit, die sie veranlasst hat, wegzuziehen. Ihr Leben war nicht besonders leicht, und ihr Kopf auch nicht – ihr Gemütszustand ist hart erkämpft. Der Seelenfrieden, den Flynn aufwühlt, ebenso. Doch auch Flynn hat ein Päckchen zu tragen

Mit Anna konnte ich mich wirklich gut identifizieren, auch wenn sie manchmal etwas melodramatisch erscheint, hat sie ihre echte, komplizierte Reinheit bewahrt. Oft erstickt sie beinahe an der Liebe, die sie gern offen rauslassen würde, wobei die Erwartungen der Gesellschaft und ihrer Familie hinderlich sind. Flynn hingegen ist sprunghaft und manchmal auch sehr abweisend. Früher mochte ich diesen Charakter sehr viel mehr, doch beim erneuten Lesen wurde mir Flynn leider zum Ende hin ziemlich unsympathisch. Eine wandelnde Tragödie, die aber trotzdem im Leser starke Gefühle heraufbeschwört.

Für „Über ein Mädchen“ muss man sich wirklich auf eine sehr ruhige, unaufgeregte Geschichte einlassen können, die trotzdem mit Emotionen spielt wie selten eine andere. Mich hat sie wieder sehr mitgerissen und gerade das Ende war angebracht, aber trotzdem nicht mein Wunsch. Nicht jeder wird sich derart mit den Charakteren anfreunden können, da sie wirklich ihre Eigenheiten haben und auch viel schweigen. Aber die Sehnsucht, die in diesem Buch nachklingt, macht es in meinen Augen zu etwas ganz Besonderem und hat mich direkt ins Herz getroffen.

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Ein Gedanke zu “In den Fängen einer verwirrenden Liebe …

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