Allgemein · Bücher · fantasy · Literatur · Rezension · Roman

Wo das Begehren des Drachengotts erwacht…

Annie Lingus: Drachennächte – Das Tal von Yggdrasil

ds5

Inhalt

Seit ihrer Geburt ist Asa dem Drachengott Nidhogg versprochen, dem sie einen Hüter der mächtigen Weltesche gebären soll. Doch als sie in das Tal von Yggdrasil zum Gottesfest gelangt, ist ihr dieses Schicksal immer noch ein unerträglicher Gedanke. Denn ihr Herz hängt an Kylan, einem Leibeigenen ihrer kaltherzigen Mutter. Doch die Weltesche fordert sieben Blutopfer, und auch Kylan ist darunter. In der Nacht der Götter flammen die Leidenschaften rund um Yggdrasil auf, sodass Asa bald nicht mehr zwischen ihrer Bestimmung und ihrem Herzen wählen kann – oder muss…

Quickfacts

Autor: Annie Lingus
Titel: Drachennächte – Das Tal von Yggdrasil
Preis: 1,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-95991-670-7
Verlag: Drachenmond
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Wow, was für eine Drachennacht! Letzte Nacht brauchte ich vor dem Schlafen noch etwas Kurzes, Mystisches, und „Das Tal von Yggdrasil“ versprach mit der Wikingergeschichte und dem Göttlichen eine schöne Unterhaltung mit guten Fantasyelementen. Was ich dann aber bekam, war weit mehr als das. Diese Drachennacht hatte es echt in sich, ich bin völlig geflasht.

Die Story ist durch die nordischen Elemente sehr schön in Szene gesetzt. Die Mythologie wurde gut mit dem Hauptkonflikt verwoben, die etwas altertümlich anmutende Sprache hat das mystische gut unterstrichen. Fantasy und Mythologie sind ja ohnehin immer eine gute Kombination, allerdings fand ich hier auch gerade den kleinen Einschlag mit dem Drachengott, der Bedeutung von Yggdrasil und Asas Bestimmung sehr gut kombiniert. Es waren viele kleine Details vorhanden, die die Story trotz der Kürze tiefgehend und gut durchdacht haben erscheinen lassen.

Die Charaktere fand ich hier auch wirklich interessant. Natürlich konnten sie allein durch die Kürze der Handlung nicht viele Facetten zeigen, doch ich mochte vor allem Asas Wandlung vom „Kind“ zur Frau, die ihre Gefühle wesentlich tiefer ausleben kann. Ihre anfängliche Angst, ihre Ablehnung, wurde durch den Konflikt zwischen Kylan, dem Menschen, den sie liebt, und Nidhogg, dem Drachengott, unheimlich gut widergespiegelt. Beide waren ziemlich gegensätzlich, hatten aber klare Vorstellungen von ihrem Willen, und Asas Beweggründe für ihre doch ziemlich heftigen, stürmischen Reaktionen waren gut geschildert. Auch die vielen Rituale des Dorfes, die Gründe für das Opferfest, waren klar ersichtlich.

Den Schreibstil fand ich hierbei auch rundum gelungen. Wie bereits angedeutet hatte er etwas sehr Mystisches, Geheimnisvolles, aber auch Wildes an sich, das mich sofort mitgerissen hat. Außerdem kamen die unterschiedlichen Charaktere gut zur Geltung, und die Kürze hat es präzise, aber trotzdem sehr elegant und detailreich gemacht. Auch in den erotischen Szenen war der Schreibstil prickelnd, aber nicht zu vulgär.

Alles in allem war für mich „Das Tal von Yggdrasil“ bisher mit weitem Abstand die beste Drachennacht. Ich hoffe, die weiteren Kurzgeschichten können auf demselben Niveau mithalten, denn dieser Band war einfach fantastisch!

Advertisements

Ein Kommentar zu „Wo das Begehren des Drachengotts erwacht…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s