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Fantasywoche: Protagonisteninterview mit der „Dreizehnten Fee“

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Herzlich Willkommen ihr Lieben!
Die Fantasywoche, das wundervolle Projekt unter der Schirmherrschaft von Emily Thomsen und Christin Burger, läuft auch Hochtouren. Während in der Facebook-Veranstaltung die Post abgeht, ihr schon tolle Beiträge lesen und viele wundervolle Bücher entdecken durftet, habe ich heute einen ganze besonderen Gast, den ich euch näher vorstellen möchte …

Die Rede ist selbstverständlich von Ihrer Hoheit, der Dreizehnten Fee aus dem gleichnamigen Buch von Julia Adrian. Wer noch nicht die Bekanntschaft mit Ihr gemacht hat, sollte es spätestens nach diesem Interview tun, denn der Dornöschenschlaf der Fee ist vorbei und Sie wird sich bald auf eine Reise begeben, deren Zukunft und Auswirkungen auf Ihr Leben Ihr noch nicht bewusst sind. Doch nun lassen wir Sie selbst zu Wort kommen – Sie hat schließlich einiges zu erzählen…

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Willkommen, Eure Hoheit. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Ihr Euch heute zu uns gesellt habt, um uns einige Fragen über Euch zu beantworten. Eure Zeit ist sicherlich rar gesät, würde ich Euch bitten, zunächst einmal etwas allgemeinere, wissenswerte Informationen über Euch zu erzählen.

„Hoheit“, so nannte mich schon lange niemand mehr – und doch ist es, als wäre es erst gestern gewesen ….
Was aber meine Zeit betrifft, so irrt ihr: Sie ist grenzenlos, während eure nur einem Wimpernschlag gleicht. Ich sah Tausende von euch kommen und vergehen, geboren werden und sterben. Warum nur glaubt ihr Menschen immer, dass eure Existenz mit der unseren zu vergleichen sei? Feen leben endlos, wir sind das, woraus eure Träume geschaffen sind … und eure Albträume.
Aber – um zu eurer Frage zurückzukehren: die Menschen nennen mich die Dreizehnte Fee, meine Schwestern sagen Königin. Meinen echten Namen jedoch kennt fast niemand. Namen haben Macht, wisst ihr das denn nicht?

In jedem Märchen gibt es zumindest ein Familienmitglied, das den Weg der Protagonistin beeinflusst. Was bedeutet für Euch denn Familie und wie steht Ihr zu Eurer?

Wir Feen haben keine Familie, zumindest keine aus Blut, die den Namen verdient. Denn die Menschen, die uns zur Welt brachten, waren dieselben, die uns zu töten versuchten. Kinder mit Schneewittchenschönheit starben früh – als Opfer der Nixen, ertränkt, erstickt oder vergiftet … so sehr fürchteten sie die Magie in unseren Adern. Meine Mutter war anders, sie versuchte, mich zu schützen und das kostete sie das Leben.
So ist die einzige Familie, die ich je kennenlernte, die Gemeinschaft der Feen. Wir sind nicht von einem Blut, nicht einmal vom selben Kontinent und doch bin ich für sie – meine Schwestern – durch die Hölle gegangen und deshalb trifft mich ihr Verrat besonders hart. Es scheint, als sei keine Bande, egal ob aus Blut oder gemeinsamen Leid geschmiedet, stark genug, um auf ewig zu halten. Als wäre jede Bindung dazu verdammt zu zerbrechen …
Nur diejenigen, die uns nahestehen, können uns so sehr verletzten, dass wir glauben, daran zugrunde zu gehen. Doch eine Fee stirbt nicht … nicht, solange ich sie nicht töte.
Familie … ich habe keine. Ich brauche keine. Nicht mehr.

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Freundschaft ist ebenfalls ein wichtiges Leitmotiv in der Märchenwelt – tugendhafte Charaktere, Mut und Hilfsbereit sind dafür eine wichtige Grundlage. Welche Rolle spielt Freundschaft in Eurem Leben?

Wer ganz oben steht, ist einsam. Von den Menschen gefürchtet, von den Feen gehasst, gab es niemanden, der mir ebenbürtig war, niemanden, der mein Freund hätte sein können – außer der Magie. Sie war mein steter Begleiter, sie war ein Teil meines Selbst, mein Gegenbild, mein Grund, mein Atem … Sie fehlt mir. Ohne sie fühle ich mich nackt, hilflos und so unendlich menschlich.

Welche Eigenschaft würdet Ihr gern aus Eurem Charakter verbannen und wieso? Oder haltet Ihr euch für vollkommen?

Wenn ihr mich anseht, dann erblickt ihr die schrecklichste aller Feen, die böse Königin – und doch fragt ihr, ob ich mich für vollkommen halte, obwohl selbst ihr meine Schlechtigkeit erkennt. Wie glaubt ihr, könne ich es nicht sehen? Ich weiß ganz genau, wer ich bin, was ich tat und welche Schuld ich auf mich lud. Ich bin mehr als fehlerhaft. Rachsüchtig, ohnmächtig, tyrannisch.
Ihr betrachtet mich aus eurer beschränkten Menschenperspektive und versucht euch all die Toten vorzustellen, die meinen Weg säumen, scheitert aber kläglich daran, denn ihr könnt das wahre Ausmaß meiner Schuld nicht einmal erahnen. Ganz im Gegensatz zu mir …
Meine einzige Schwäche, wenn ihr so wollt, ist genau das, mein Gewissen. Ich weiß, was ich tat und ich wünschte, es wäre mir egal.

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Zu welchem Zeitpunkt Eures Lebens würdet Ihr gern zurückreisen, um eine Entscheidung zu verändern? Selbst bei Hoheiten von Eurem Rang gibt es doch sicher Momente, die man bereut.

Die Zeit ist eines der letzten Rätsel dieser Welt. Ich konnte einst ganze Landstriche vereisen, Städte vernichten und Völker ausrotten, die Elemente formen, mit den Nixen am Grunde der Seen tanzen und durch die Wolken tauchen –die Zeit aber zerrinnt mir zwischen den Fingern oder zieht sich träge wie Seetang. Ich konnte sie noch nie beherrschen. Ich kann niemals zurück.
Könnte ich es, so würde ich die erste Flamme ersticken, die auf meiner Hand tanzte und offenbarte, was ich bin. Ein Schiff aus Funken, der Schrei der Nachbarin, Mutters Schluchzen.
Ich würde sie retten.
Ich würde Mutter retten und mit ihr verschwinden und die Feen ihrem Schicksal überlassen. Alle späteren Entscheidungen, die ich traf, alle Wege, die ich beschritt, und jegliche Schuld, die ich auf mich lud, wären damit zunichtegemacht. Vielleicht hätte ich ein guter „Mensch“ sein können, während alle anderen gestorben wären …

Welcher Ort in Eurer Welt trägt für Euch eine besondere emotionale Bedeutung?

Der Turm im Wald der Geister ist meine Heimat, meine Zuflucht und mein Grab. Zur ewigen Ruhe gebettet, ließen sie mich zurück, gefangen hinter den Hecken, die einst unser aller Schutz waren, als wir noch geschlossen gegen die Menschen standen. Als wir noch Schwestern waren.
Ist es nicht Ironie, dass sie ausgerechnet den Ort als mein Grab auserwählten, wo unser aller Schicksal seinen Anfang fand? Vielleicht verbargen sie mich dort vor dem Angesicht der Welt, weil keine von ihnen wagte, ihn für sich zu beanspruchen. Der Turm gehörte mir, tat es vom ersten Augenblick an.

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Welchen Ort unserer Menschenwelt würdet Ihr gern einmal bereisen, wenn Ihr die Gelegenheit dazu hättet?

Ich weiß nichts über eure Welt, doch wenn ihr mir von ihr erzählen würdet – von Städten so groß wie ganze Königreiche, von den Abermillionen Menschen, die dort blind nebeneinander leben, ohne sich gegenseitig wahrzunehmen, und den turmartigen Häusern, die bis in die Wolken hinaufreichen – so wünschte ich diesen Orte zu sehen. Mich in der Masse zu verlieren, einmal unter Menschen zu wandeln, ohne von ihnen erkannt und gefürchtete zu werden. Ein Niemand zu sein. Unsichtbar.
Keine Königin.
Keine Fee.
Nur eine von vielen.
Gibt es solche Orte bei euch?

Aus Erinnerungen formt sich der Charakter, ins Positive oder ins Negative. Gab es besondere Augenblicke in Eurer Kindheit, die Euch geprägt haben?

Als ich einsam und alleine durch die winterlich kalten Hügel Pandoras flüchtete, da traf ich einen Mann, der mir helfen wollte – mir, einem kleinen, verängstigten Kind, dessen Mutter gerade auf dem Scheiterhaufen verbrannt war. Doch als ich mich zu ihm umwandte, in verzweifelter Hoffnung, er möge Wort halten, erkannte er, was ich war – und ich begriff, dass ich niemals Hilfe von den Menschen zu erwarten hatte. Dass sie mich mehr als alles fürchteten und bis ans Ende der Welt jagen würden, nur um mich zu töten. Das war der Moment, in dem ich mich entschloss, nicht davonzulaufen, sondern zu kämpfen. Gegen die Menschen und alle, die sich an den Unschuldigsten vergriffen. Ich begann sie zu richten … und zu töten.
Hatte ich eine andere Wahl?

Zugegebenermaßen ist dies eine sehr persönliche Frage, aber glaubt Ihr an ein echtes Happy End, das es auch für Euch geben könnte?

Was glaubt ihr, warum ich hier lag und schlief? Bestimmt nicht, weil es so bequem war. Nein, ich glaubte – oder besser: hoffte –, durch den Kuss der wahren Liebe erweckt zu werden. Doch der Mann, der mich aus dem Dornröschenschlaf erlöste, ist ein jämmerlicher Prinz, der sich zwischen seinen Soldaten versteckt und dessen Furcht bis zum Himmel stinkt. Ich verachte ihn.
Es ist also gewiss: Für uns Feen gibt es keine Liebe. Nach ihr zu streben, kann mich nur unglücklich machen. Ich gab mich der Versuchung hin, und was habe ich nun davon? Die einzige Familie, die ich glaubte zu lieben, hat mich betrogen: um meine Magie, meine Hoffnungen und meine Lebenszeit.
Alles, wonach ich jetzt noch strebte, ist Rache, aber gewiss kein Glück!

Und nun habt Ihr noch die Möglichkeit, einmal richtig Druck abzulassen. Was würdet Ihr Eurer Autorin gerne mal mitteilen?

Hätte das Kleid, in dem ich schlief, nicht mit Magie durchwoben sein können, damit es nicht bei der kleinsten Berührung zu Staub zerfallen wäre? Auch wenn mein Körper makellos ist und ich mich nicht schäme, ihn zu zeigen, so verstärkt meine Nacktheit die schreckliche Verletzbarkeit, die seit dem Erwachen von mir Besitz ergriffen hat. Ich bin so hilflos ohne meine Magie, so ganz und gar menschlich. Ein Kleid, ein Königreich für ein Kleid!

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Hat euch das Fieber nach fernen Mächten, rachsüchtigen Feen und einer märchenhaften Geschichte mit dunklen Seiten auch gepackt? Dann schaut doch gleich beim ersten Teil der Trilogie vorbei und lasst euch das Abenteuer nach dem Dornröschenschlaf nicht entgehen..

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Autor: Julia Adrian
Titel: Die Dreizehnte Fee – Erwachen
Preis: 12,00€ (Broschiert)
ISBN: 978-3-95991-131-3
Verlag: Drachenmond Verlag
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

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4 Kommentare zu „Fantasywoche: Protagonisteninterview mit der „Dreizehnten Fee“

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