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Die Macht der Lilie erwacht…

Jennifer Heine: Die Lilienprinzessin

cover

Inhalt

Eigentlich hatte Anna nur vor, einen weiteren, aufregenden Sommer im Camp mit ihren Freunden zu verbringen. Doch als sie durch ein magisches Portal in eine Welt voller Gestaltwandler, Krieger und Clans geworfen wird, die um ihre Gunst buhlen, ändert sich ihr Leben dramatisch. Auf die Erde kann sie nicht zurück, in Moluur wird sie vom bösen Prinzen Shilar gefangen gehalten. Doch Hilfe naht in Gestalt von Aiden, der sie zurück zu ihrer Familie bringen soll. Bald wird Anna jedoch klar, dass Shilar noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand hat – und sie die Prophezeite ist, die das Land in einen Krieg führen kann, der die Clans wieder vereinen könnte…

Quickfacts

Autor: Jennifer Heine
Titel: Die Lilienprinzessin
Preis: 4,99€ (E-Book)
ISBN: 9783958181366
Verlag: Forever
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Selten fallen mir Rezensionen so schwer, wie bei diesem Buch. Dank Netgalley und Forever konnte ich „Die Lilienprinzessin“ von Jennifer Heine als Rezensionsexemplar lesen, und habe mir von dem schönen Cover und dem interessanten Klappentext einiges mehr versprochen, als ich schließlich bekommen habe. Lange habe ich schließlich auch gegrübelt, wie ich das Buch denn nun bewerten soll, denn auf der einen Seite hatte ich einige Kritikpunkte, die allgemeingültig sind, andererseits ist mir bewusst, dass meine Meinung deutlich anderen Bloggermeinungen widerspricht. Da ich allerdings auf meinen Geschmack eingehe, hat das Buch leider wirklich nicht gut abgeschnitten, obwohl ich ernsthaft gehofft hatte, einen wahren Glücksgriff getan zu haben.

Fangen wir an bei unserer Protagonistin Anna. Sie war leider mein größter Makel an der Geschichte. Von Anfang an konnte ich mich so gut wie gar nicht mit ihr identifizieren, geschweige denn arrangieren. In meinen Augen ist sie unheimlich naiv, hinterfragt zu wenig, und ist an vielen Stellen eine übertriebene Mary Sue. In den entscheidenden Momenten gelingt ihr so gut wie alles, sie hat nebenbei noch Zeit, über die heißen Typen neben ihr zu schwärmen, und natürlich kann sich die Prophezeite kaum zwischen zwei möglichen Partnern entscheiden. Wenn ihr etwas mal nicht gelingt, ist es nur dazu gut, damit sie sich von einem der zwei zur Wahl stehenden Männern retten lassen kann. Anna ging mir nach  einer Weile so dermaßen auf den Zeiger, wie kaum eine Protagonistin zuvor, was wahrscheinlich auch größtenteils der Grund ist, dass ich das Buch so negativ sehe. Da es aus ihrer Sicht geschrieben ist, ich aber wirklich selbst den Handlungsstrang des Bösewichts Shilar noch interessanter fände als Anna, war es für mich einfach ein totaler Reinfall.

Die anderen Charaktere waren mir größtenteils auch zu blass. Einzig Aidens Schwester Chloe, die etwas quirlig ist, aber trotzdem Verantwortung übernehmen kann, mochte ich, während ich ihren Bruder zwar auch etwas lieblos gestaltet fand, aber immer noch interessant. Die restlichen Charaktere waren mir einfach zu sehr auf wenige Charakterzüge begrenzt und damit definitiv zu farblos. Gerne hätte ich mehr über ihre Hintergründe erfahren, doch da sich das Geschehen auf Anna und Neylar, den heißen Krieger an ihrer Seite (Vorsicht, hier haben wir das Liebesdreieck!) konzentriert, war das leider auch nicht mehr drin.

Die Story an sich konnte mich leider auch überhaupt nicht fesseln. Für mich war der Plot zu verwirrend und irgendwie ohne einen richtigen roten Faden. Wie oft Anna baden geht oder sich mit einem Reinigungszauber sauber macht, interessiert mich in dem Fall nämlich einfach weniger als Shilars Motivation hinter seinen Taten. Mir kam der Plot einfach zu unstruktiert und unausgereift vor, ich kam kaum in die Geschichte rein, und gepaart mit meiner nicht besonders geliebten Protagonistin war da einfach für mich nichts mehr zu holen. Außerdem fand ich auch die Beschreibung der Welt an vielen Stellen zu undurchschaubar, die Städte hätten ruhig noch durch mehr Beschreibungen ergänzt werden können, und auch die Strukturen innerhalb der Clans und der Familien untereinander noch besser erklärt. Nebenbei bemerkt: Wenn ein Buch in einer High Fantasy-Welt wie Moluur spielt, kann ich durchaus verstehen, dass einige Namen schwerer auszusprechen sind und bin auch darauf vorbereitet, dass ich sie mir nicht auf Anhieb alle merken kann. Allerdings erwarte ich auch dabei eine Logik innerhalb des Buches, denn wenn dann plötzlich wieder englische Städtenamen oder Begrifflichkeiten auftauchen, die eindeutig ans Italienische und Lateinische angelehnt sind, passt das für mich einfach nicht mehr rein.

Normalerweise würde ich wegen einiger Rechtschreibfehler kein großes Fass aufmachen. Allerdings waren in der „Lilienprinzessin“ gravierende Fehler drin, die ich einfach nicht übergehen kann. Ich sage nichts dagegen, wenn sich einzelne Tippfehler einschleichen. Wenn bei einem professionellen Verlagslektorat jedoch nicht einmal auffällt, dass statt „Epilog“ tatsächlich „Prolog“ über dem letzten Kapitel steht, kann man meinen Unmut hoffentlich nachvollziehen, denn dies ist auch nicht der einzige Fehler dieser offensichtlichen Art, der übersehen wurde.

Für mich war „Die Lilienprinzessin“ leider eine Enttäuschung, allerdings gibt es sicherlich Leser, die anderer Meinung sein werden. Bildet euch am besten selbst eine Meinung darüber, ich hoffe, ihr werdet vor allem an der Protagonistin mehr Gefallen finden als ich.

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Ein Kommentar zu „Die Macht der Lilie erwacht…

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