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Wenn deine eigene Haut zum goldenen Giftkäfig wird…

Melinda Salisbury: Goddess of Poison – Tödliche Berührung

9783845818467

Inhalt

Das Reich Lormere scheint wirklich vom Glück erwählt zu sein. Schließlich besitzt es nicht nur ein machtvolles Königspaar, sondern die Reinkarnation der gottgleichen Daunen, einem Mädchen mit feuerroten Haaren und einer lieblichen Stimme, das Lormere ins goldene Zeitalter führen soll, wenn sie erscheint. Doch Twylla fühlt sich gar nicht so wohl in dieser Rolle. Denn trotz ihrer Stellung wird sie von vielen gefürchtet und verabscheut – ihre Haut ist die tödlichste Waffe der Welt. Sie allein kann den Morgenandorn trinken, ein Gift, das jeden sofort tötet, der es wagt, sie zu berühren – abgesehen von der Königsfamilie. Doch als ihr Beschützer krank wird und der neue Wächter Lief ihr immer näher kommt, steht ihr ganzes Weltbild kurz vor dem Bruch…

Quickfacts

Autor: Melinda Salisbury
Titel: Goddess of Poison – Tödliche Berührung
Preis: 17,99€ (HC) | 15,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-8458-1513-8
Verlag: Bloomoon
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Schon beim ersten Durchblättern des diesjährigen Programms von Bloomoon sprang mir „Goddess of Poison“ förmlich ins Auge. Ich musste das Buch einfach haben, schon der Klappentext und die ganze Aufmachung haben mich direkt gelockt. Im Nachhinein wurde mir klar, dass es wahrscheinlich die Ähnlichkeit der Protagonistin zur „Shatter Me“-Reihe war (die ich absolut vergöttere), die mich sofort angezogen hat. Im direkten Vergleich konnte aber auch Melinda Salisburys Buch gut mithalten, selbst wenn es ein paar kleinere Schwachstellen gab.

Gleich zu Anfang fiel mir auf, wie gut ausgearbeitet Twyllas Welt ist. Das Schloss, das Reich Lormere, die Historie und auch Berufungen wie die der Sündenesserin oder der gottgleichen Daunen waren mit vielen Details versehen und spannend dargestellt, sodass man sehr leicht in Salisburys Welt abtauchen konnte. Twylla war dazu ein sehr zurückhaltender, stiller Charakter. Man erfährt alles aus ihrer Sicht, hat aber als Leser auch genug Spielraum, um eigene Interpretationen hinzuzufügen. Mit ihrer etwas kindlich anmutenden Naivität lässt sich Twylla nämlich von der berechnenden Königin immer tief einlullen, sodass sie sich am Anfang der Reihe mehr auf deren Willen und den der Götter beruft, als auf ihren eigenen.

Die Charaktere sind größtenteils auch ziemlich gut ausgearbeitet. Ich muss gestehen, dass ich Twylla als Protagonistin nicht sonderlich gut leiden konnte, wobei ihre Handlungen das komplette Buch über zum Großteil nachvollziehbar waren. An einigen Stellen hat ihre Naivität jedoch so sehr in die Pläne ihrer Widersacher gespielt, dass ich mir wirklich an den Kopf gefasst habe. Interessant fand ich hingegen auch Twyllas Vorgeschichte, die zwar ihre leichtgläubige Denkweise nicht erklärt hat, dafür aber viele Details ihrer Entscheidungen in ein anderes Licht gerückt hat.
Das Königshaus von Lormere ist tatsächlich sehr durchwachsen. Gerade Merek, den Prinzen, dem Twylla versprochen ist, konnte ich auch nur wenig Sympathie entgegenbringen, wobei sich das zum Ende hin gebessert hat. Die Königin hingegen hat mir in ihrer extremen Skrupellosigkeit hervorragend gefallen, ihr Auftritt war bis zum Schluss rundum gelungen. Sympathisch ist zwar anders, aber alle kleinen Details ihres Auftritts haben einfach gestimmt und sie damit zu einer der schlimmsten Widersacherinnen gemacht, die es in Büchern gibt. Lief, Twyllas Wächter, konnte ich hingegen nur wenig abgewinnen. Seine Rolle ist zwar bedeutend, hat mich aber irgendwann einfach nur noch genervt, weil er sie andauernd belehrt, als wäre sie ein bockiges Kleinkind. Solche Charaktere kann ich einfach nicht mögen.

Die Geschichte an sich war eigentlich ziemlich raffiniert ausgearbeitet und von einigen Plot Twists sehr ins Rasante gezogen, wobei mich zwischendurch das schreckliche Liebesdreieck fürchterlich genervt hat. Das ist auch mein hauptsächlicher Kritikpunkt am Buch: Dieses Klischee, dass sich die Protagonistin zwischen zwei Männern entscheiden muss, ist einfach nur noch ausgelutscht und hat mir gerade zum Ende hin viel Spaß am Buch verwehrt. Gerade das Ende wartet dann aber wieder mit Überraschungen auf, die ich auch nicht mehr vorhergesehen habe, und ich musste teilweise schwer schlucken. Ganz zufrieden bin ich mit dem letzten Kapitel, das einen kleinen Zeitsprung beinhaltet, dann aber doch nicht, denn die letzten drei Sätze haben es dann wieder zerstört. Trotzdem mochte ich, dass es zumindest ein kleines Stück zu Twyllas reifer Entwicklung beigetragen hat, die im Verlauf des Buches doch nicht immer zu sehen war.

Alles in allem ist „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ ein Buch mit vielen spannenden Wendungen, allerdings auch mit den allseits beliebten Jugendbuch-Klischees, die es an einigen Stellen zäh werden lassen. Trotzdem würde ich es jederzeit weiterempfehlen, denn gerade die vielen, liebevollen Details und die originelle Entwicklung der Geschichte haben es zu einem schönen Schmöker gemacht.

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Ein Kommentar zu „Wenn deine eigene Haut zum goldenen Giftkäfig wird…

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