Carolin Kippels: Chaostheorie der Liebe

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Inhalt

Unterschiedlicher als Alina und Gabriel könnten zwei Menschen nicht sein. Während sie geflissentlich ihren Job an einer Tankstelle ableistet und im Krankenhaus mit ehrenamtlich mit Kindern spielt, steht er vor derselben Station – allerdings nicht freiwillig. Der Sohn reicher Eltern muss Stunden im Krankenhaus ableisten. Doch ganz so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist das nicht, erst recht, als er auf die schwerkranke Mia trifft. Gemeinsam mit Alina versucht Gabriel das Unmögliche: Sie wollen Mia ihren Herzenswunsch von einer Amerika-Reise ermöglichen. Dafür muss das ungleiche Duo jedoch so einige Hürden meistern…

Quickfacts

Autor: Carolin Kippels
Titel: Chaostheorie der Liebe
Preis: 2,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-95818-062-8
Verlag: Forever
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Nach ihrer Dystopie „Gegen das Zwielicht“ war ich gespannt, wie sich Carolin Kippels bei ihrem ersten Liebesroman schlagen würde, da beide Genre ja nicht mehr viel miteinander gemeinsam haben. Alinas und Gabriels Geschichte hatte schließlich doch mehr nachdenkliche Komponenten, als ich erwartet hatte, und war auch einen Ticken ernster geschrieben, als viele andere in diesem Bereich, was mich angenehm überrascht hat.

Der Einstieg in die Geschichte fällt dem Leser ziemlich leicht, denn man lernt sofort die beiden Hauptcharaktere kennen und  versteht die Unterschiede zwischen ihnen. Gabriel stammt aus einem reichen Elternhaus, besitzt eine schicke Wohnung und jede Menge Geld, das er in der Vergangenheit gern mal für Drogen ausgegeben hat. In der Selbsthilfegruppe, zu der er nun geht, trifft er auf Alina, ein bodenständiges, aber ziemlich gebrochenes Mädchen, das in der Vergangenheit durch den Tod ihres Bruders große Familienprobleme hatte. Dies ist auch gleich die erste Sache, die die beiden verbindet – von einem Elternteil fühlen sie sich ungeliebt und missverstanden. Gabriels Sozialstunden im Krankenhaus bringen sie schließlich immer wieder zusammen.

Im Großen und Ganzen hat mir die Story sehr gut gefallen, vor allem, als es auf das emotionale Ende zuging. Obwohl sie anfangs etwas schwerfällig Fahrt aufnimmt, möchte man das Buch am Ende kaum noch aus der Hand legen, weil ein Problem nach dem anderen folgt und sich das ganze Netz der Erzählfäden zusammenspinnt. Alina und Gabriel sind gewiss keine einfachen Charaktere, sie haben beide ihre Eigenarten, die sie immer wieder aufeinanderprallen lassen. Ich mochte es, dass die Autorin zeigt, dass auch heutzutage noch die Klassenunterschiede sichtbar sind und damit auch gesellschaftlich relevante Themen anschneidet, was mir sonst in Liebesbüchern doch etwas fehlt. Es ist kein Kitschroman, sondern hat auch viele ernste Momente, besonders, wenn es um die kranken Kinder geht.

Es gab allerdings auch einiges, was mir nicht ganz so gut gefallen hat. Für einen Liebesroman war mir der Schreibstil leider etwas zu unemotional, ich hätte mir statt den teilweise sehr nüchternen Beschreibungen mehr Feuer, mehr Emotionen erhofft. So sehr ich die Charaktere auch mochte, ging mir Alina aber manchmal auch auf die Nerven. Wenn sie Gabriel „erziehen“ will, gibt es immer noch bessere Wege, als ihn dauernd beleidigt abzuweisen, und teilweise war ihr Verhalten ziemlich kindisch. Zudem wirkten manche der Dialoge etwas zu durchgeplant, vor allem, weil Gabriel einen etwas hochtrabenden Sprachstil besitzt, der sicherlich seinen Stand verstärkt, mir jedoch etwas auf die Nerven fiel. Ich hätte mir mehr Spontanität und Leichtigkeit in ihren Schlagabtäuschen gewünscht, so hat es ein wenig gekünstelt gewirkt.

Alles in allem ist „Chaostheorie der Liebe“ eine schöne, aber auch ernste Liebesgeschichte mit vielen Nebensträngen. Wer hier ein durchgehend heiteres Buch erwartet, wird enttäuscht sein, doch man sollte sich auf die wichtigen gesellschaftlichen und ziemlich emotionalen Themen einlassen, dann wird man das Werk auch genießen können.

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Ein Gedanke zu “Gegensätze ziehen sich an – oder doch nur das Chaos?

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