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Wenn die Männer das Schweigen vorziehen…

Dasa Szekely: Das Schweigen der Männer

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Inhalt

Gescheiterte Politik, gescheiterte Arbeit, gescheiterte Familie: Der gescheiterte Mann. Doch wie ist diese Krise der Männer entstanden? Dasa Szekely, die selbst Coachings anbietet und jahrelange Erfahrung in dem Bereich mitbringt, erklärt nachdrücklich, was es mit dem Schweigen der Männer auf sich hat. Wieso werden Probleme ausgesessen, wieso werden aus scheinbar reifen Kerlen verantwortungslose Nichtstuer? Und was kann man gegen den Absturz des „starken Geschlechts“ noch unternehmen?

Quickfacts

Autor: Dasa Szekely
Titel: Das Schweigen der Männer
Preis: 13,99€ (E-Book) | 16,99€ (TB)
ISBN: 978-3-7645-0552-3
Verlag: Blanvalet
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Auf dieses Buch aus dem Hause Blanvalet war ich ziemlich gespannt. Generell lese ich gerne auch Sachbücher, die auf Genderfragen oder politische Diskussionen rund um das Thema Familie und Vereinbarkeit mit dem Beruf hinauslaufen, da ich finde, dass derzeit vieles in dem Bereich falsch läuft. Dasa Szekelys „Das Schweigen der Männer“ hat sich in dem Kontext sehr interessant angehört, allerdings war es mir in vielerlei Hinsicht zu oberflächlich und stereotypisch angehaucht.

Positiv anzumerken ist zunächst jedoch, dass die Autorin einige genaue Recherchen betrieben hat und dementsprechend auch Quellen vorzuweisen hatte, die einige ihrer Theorien unterstützen. Sicherlich hat sie in ihrer Arbeit als Coach auch so einige Erfahrungen gemacht, die ihre Art und Weise, dieses Thema zu behandeln, rechtfertigen. Ich möchte gar nicht abstreiten, dass sie ihre Erfahrungen auch mit etwas beißendem Humor und einer großen Portion an Selbstbewusstsein und Logik rüberbringt, allerdings fällt zunehmend auf, dass sie auch viel pauschalisiert und die Männer in Schubladen steckt, aus denen sie diese eigentlich herausziehen sollte.

Die Probleme, die vor allem im Umfeld der Familie herrschen, entstehen allerdings nicht nur durch die sicherlich in eigenen Beziehungen herrschende, fehlende Reife der Männer. Gerade der Abschnitt über die Trennungskinder, die laut Dasa Szekely viel durchmachen müssen, wenn sich Mutter und Vater nicht in Frieden einigen können, trifft dabei sicherlich auf einige Familien zu, doch genauso oft verliert sich die Autorin in Anschuldigungen gegen das gesamte Geschlecht der Männer. Während des Lesens hat man das Gefühl, dass sie selbst die Männer als unreife Kinder sieht, gleichzeitig verlangt sie von den Leserinnen, solche Abwertungen nicht zu tolerieren.

Dass bei einem Buch von 260 Seiten Länge nur an der Oberfläche des Ganzen gekratzt werden kann, war mir schon vor dem Leser klar. Allerdings wiederholt sich die Autorin auch massiv und am Ende hatte ich das Gefühl, so gut wie alles vier mal gelesen zu haben. Zwar hat sie eine gute logische Struktur im Buch, jedoch kommt diese wohl nicht ohne ihre vielen Wiederholungen aus, die aber für den Leser mit der Zeit schlicht langweilig sind und viel Raum für mögliche Lösungsansätze wegnehmen. Davon gab es im Endeffekt nämlich nicht viele, und als es sie gab, waren sie ebenfalls nur sehr oberflächlich geraten. Probleme erkennen kann Dasa Szekely zwar in einem großen Maß, jedoch gibt es nicht viel, was man aus ihren Konzepten, wenn man sie so nennen will, noch mitnehmen könnte.

Alles in allem hat mich das Buch nicht überzeugen können, wenn es auch durchaus ein netter Zeitvertreib war und ein wenig Stoff zum Nachdenken geboten hat. Jedoch wünsche ich mir bei diesem Thema eine Literatur, die mehr Zusammenhänge herstellt und deutlich lösungsorientierter arbeitet. Ursachen zu erfahren ist wichtig, ja – doch schlussendlich muss man daraus ein Fazit ziehen und konkret in die Offensive gehen, um etwas am derzeitigen Stand zu verändern.

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Ein Kommentar zu „Wenn die Männer das Schweigen vorziehen…

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