Shannon Kirk: Ihr tötet mich nicht

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Inhalt

Es ist nur ein kurzer Weg zur Schule. Nie hätte das Mädchen damit gerechnet, ausgerechnet auf den paar Metern vom Haus zu ihrer Bildungsstätte in einen Wagen gezerrt zu werden, mit einem Kidnapper, der es gar nicht auf sie abgesehen hat. Sie ist ein Mittel zum Zweck, das Opfer einer Tat, das auf ihr ungeborenes Kind abzielt, und sobald dieses in die Fänge der Menschenhändler kommt, wird sie wertlos. Doch das Opfer bemerkt die Fehler, die ihre Entführer machen. Ihr messerscharfer Verstand lässt sie Gefühle an und ausschalten, wie sie will. Und das einzige Verlangen, das ihr in ihrem Gefängnis hilft, ist die gnadenlose Rache…

Quickfacts

Autor: Shannon Kirk
Titel: Ihr tötet mich nicht
Preis: 9,99€ (TB) | 8,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-442-48433-1
Verlag: Goldmann
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

An diesen Psychothriller von Shannon Kirk bin ich mit einigen Erwartungen rangegangen, von denen ich gar nicht dachte, dass sie besonders hoch sind, trotzdem wurden sie nur zu einem geringen Teil erfüllt. „Ihr tötet mich nicht“ hat mich aus verschiedenen Gründen nicht so sehr mitreißen können, wie ich es erwartet habe, war jedoch kein Totalausfall und hatte durchaus gute Momente.

Der erste Pluspunkt, den die Story von mir erhält (und Pluspunkte sind in diesem Buch ungeheuer wichtig) gilt dem Plot-Twist in der Mitte des Buches, der es mir schwer macht, etwas über die Geschichte zu verraten, ohne viel vorweg zu nehmen. Ich wurde an der Stelle wirklich überrascht, weil ich es absolut nicht habe kommen sehen, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass das nicht nur einmal passiert. Der zweite Pluspunkt gilt der inneren Logik der Geschichte, von der wirklich jeder Punkt haargenau durchdacht zu sein scheint. Die Autorin versetzt sich in die Lage des entführten Mädchens hinein, hat man den Eindruck, denn auch dieses besitzt einen interessanten Verstand. Schon am Anfang erzählt sie, dass sie ihre Gefühle an- und ausschalten kann, dass sie dadurch ihr logisches und unemotionales Denken steuert. Ein Ansatzpunkt, der sehr interessant war, allerdings mit der Zeit etwas langweilig wurde.

Das Problem in diesem Buch sehe ich nämlich tatsächlich darin, dass kaum Schwierigkeiten auftreten. Bei den Bösewichten wird sich munter an Klischees bedient, sie sind fast schon Karikaturen von Gangsterbossen und den tollpatschigen Gehilfen aus alten Mafia-Filmen. Das Mädchen hingegen ist die Kluge, die Überlegene, sie weiß alles und kann alles. Das wird mit der Zeit einfach langweilig. Zudem plätschert die Geschichte fast das halbe Buch über nur vor sich hin, von Spannung fehlt jede Spur. Natürlich können Psychothriller auch ruhiger sein, keine Frage, aber selbst dafür fehlt mir einfach noch etwas. Ich erwarte in solchen Geschichten, in die Abgründe menschlicher Seelen zu blicken, etwas Schwarzes und Finsteres zu entdecken. Die Entführer waren jedoch so lächerlich dämlich dargestellt, dass das gar nicht herauskam. Und die Entführte? Na ja, ihre Handlungen konnte ich trotz allem nachvollziehen. Wäre ich hochschwanger und hätte ihre Möglichkeiten gehabt, hätte ich nicht anders gehandelt, um für mein Kind zu kämpfen.

Eins muss man der Autorin jedoch lassen: Jeder noch so unwichtige Nebencharakter hat seine eigene Story, und das Ende ist zumindest auch sehr abgeschlossen, sodass man weiß, wer der Gewinner ist. Die FBI-Agenten Liu und Lola konnten zumindest durch ihre interessante Vorgeschichte und den sehr außergewöhnlichen Spürsinn überzeugen, waren nicht allzu sehr überzeichnet, wie die anderen Charaktere. Daher konnte ich das Buch in Lius Kapiteln auch genießen.
Alles in allem ist das Buch ein solides Werk, allerdings nichts besonders Herausragendes in der Gattung. Für mich war es wohl einfach nicht psycho genug, weshalb es nicht alle meine Erwartungen erfüllen konnte.

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Ein Gedanke zu “Der Feind ist skrupellos – und er will nicht dich…

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