Julia Engelmann: Wir können alles sein, Baby

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Inhalt

Mit ihrem einfühlsamen Poetry-Slams wurde Julia Engelmann bekannt und geliebt. Sie flicht Worte zusammen, lässt sie in Trauer und Hoffnung, Einsamkeit und Loslassen, Herzschmerz und Liebespoesie aufgehen, und erschafft somit Texte, die unter die Haut gehen. Eine kleine Playlist der verschiedensten Emotionen und Stimmungen, die alle eins verkünden: „Wir können alles sein, Baby“.

Quickfacts

Autor: Julia Engelmann
Titel: Wir können alles sein, Baby
Preis: 7,00€ (TB) | 5,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-442-48408-9
Verlag: Goldmann
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Auch schon vor Julia Engelmanns Buch habe ich mich relativ häufig mit Poetry-Slams auseinandergesetzt. Ich bin zu Auftritten gegangen, habe mir meine liebsten Slammer im Netz angesehen, habe ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdeckt. Dabei war von Liebesgedichten bis hin zu Hass-Parolen an die soziale Ungerechtigkeit alles dabei. Julia Engelmann hingegen trifft in ihrer Textsammlung „Wir können alles sein, Baby“ einen leiseren, ruhigeren Ton, ein Ton, der sich dazu eignet, in der Bahn gelesen zu werden, auf dem Weg in eine fremde Stadt, oder in einem belebten Park, oder auch einfach auf der heimischen Couch, wo man sich so tief in den Seiten vergraben kann, dass Tinte und Papier die Emotionen wiedergeben, die Julia Engelmann aufs Papier hat fließen lassen.

„Wir können alles sein, Baby“ ist eine Textsammlung mit verschiedenen Slams Engelmanns. Man muss die Texte wirklich auf sich wirken lassen, um hinter die Emotionen zu kommen, die sich darin verstecken. Freiheit, Liebe und Hoffnung werden oft angesprochen, doch noch öfter ist man selbst das Thema. Wer will man sein, wer ist man schon? Wo geht man hin, wo bleibt man gerne? Was heißt zuhause und will man da tatsächlich leben? All diese Fragen werden in leisen und melancholischen Tönen aufgeworfen. Manchmal hat mir tatsächlich der Bezug zu einem Gedicht gefehlt, manchmal hat eines auch so reingeschlagen, dass ich Absätze drei- oder viermal gelesen habe. Es ist eine kleine Überraschungstüte, die man da vor sich hat, und jede Seite ist neu und anders.

Sehr süß fand ich auch die kleinen Zeichnungen in Farbe, die zwischendrin immer mal wieder reingestreut sind und von der Autorin selbst gemalt wurden. Es ist keine riesige Kunst, aber es passt zum Buch, zu den Texten und zeigt, wie liebevoll alles gestaltet wurde.  Die Texte bekommen dadurch nochmal einen ganz eigenen Charakter. Mein Liebling in dem Buch war übrigens „Flucht nach vorne“, doch auch der Text übers Altwerden hat mich tief berührt.

Alles in allem mochte ich das Buch wirklich sehr gern, auch wenn ich mich nicht mit jedem Slam identifizieren konnte. Es ist niedlich gestaltet, hat seine ganz eigenen Höhepunkte, und obwohl ich immer noch einige andere Slam-Themen bevorzuge, hat „Wir können alles sein, Baby“ auch bei mir einen Nerv getroffen.

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2 Gedanken zu “Wenn Worte Seelen heilen…

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