T. R. Richmond: Wer war Alice

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Inhalt

Als die Leiche eines jungen Frau in einem Fluss aufgefunden wird, geht schon Minuten nach der ersten Berichterstattung ein Aufschrei durch die sozialen Netzwerke. Das Internet wird beherrscht vom Fall „Alice“: Was ist ihr zugestoßen? Wurde sie ermordet, ist sie betrunken in den Fluss gestürzt, oder war es gar ein Suizid? Anhand der Spuren, die Alice in allen Formen der digitalen Möglichkeiten hinterließ, geht ihr ehemaliger Professor dem Fall nach, und findet das Porträt einer jungen Frau, das in akribischer Kleinstarbeit zusammengesetzt werden muss, um zu erfahren, wer Alice war…

Quickfacts

Autor: T. R. Richmond
Titel: Wer war Alice
Preis: 9,99€ (E-Book) | 14,99€ (TB)
ISBN: 978-3-442-20508-0
Verlag: Goldmann
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Es geschieht nur selten, dass ich an Büchern, auf die ich mich vom Klappentext her gefreut habe, tatsächlich so wenig Erfreuliches finden kann wie bei „Wer war Alice“. Einige priesen dieses Werk schon als neues „Gone Girl“ an, doch mich konnte T. R. Richmond leider bei Weitem nicht in seine Geschichte hineinziehen.

Fangen wir mit dem Positiven an: Ich mochte die Erzählform. Das Konzept, die Geschichte rein aus E-Mails, Briefen, SMS, Twitter-Einträgen, ist zwar nichts neues, aber es ist definitiv eine Auflockerung zu anderen, strengeren Schreibstilen in dem Genre. Da fängt es aber auch schon an – das Buch wird als Roman bezeichnet, ich hätte mir vom Klappentext jedoch eher einen Krimi erwartet. Wahrscheinlich lag ich da einfach ein wenig falsch, doch selbst nach dem Lesen bin ich immer noch der Meinung, dass es mehr ein Krimi mit Einschlägen von kleinen, lebensphilosophischen Themen ist.

Und dann gings auch mit einem Gefühl weiter, dass ich das ganze Buch über nicht abschütteln konnte: Ich kann die Charaktere nicht leiden. Ich fand sie ebenso wie die Story ziemlich fad, nur auf einzelne Charakterzüge begrenzt. Der Lustmolch als Professor. Der komische Stalker. Die heulende beste Freundin. Die übereifrige Mutter. Ich erwarte bei Charakteren einfach etwas mehr Tiefe, damit ich sie sympathisch finden kann, damit ich sie nachvollziehen kann, doch in diesem Buch habe ich vergeblich nach einer Verbindung zu irgendjemandem gesucht. Nicht einmal Alice, deren Probleme ich schon verstehen konnte, hat mir tatsächlich das Gefühl geben können, greifbar zu sein.

Die Geschichte an sich nimmt so langsam Fahrt auf, dass ich wirklich mit mir gekämpft habe, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Es ist langwierig, chronologisch völlig durcheinander, mit ständigen Wiederholungen und meiner Meinung nach zu vielen überflüssigen Wendungen, die es nicht schaffen, Spannung reinzubringen. Ich werde euch nicht verraten, wie es ausgeht, aber ich kann nur sagen: Dieses Ende hat mich wirklich dazu gebracht, das Buch völlig frustriert zur Seite zu legen. In meinen Augen ist es völlig abstrus, so unvorhersehbar, dass die ersten 430 Seiten von 445 nicht gebraucht worden wären. Alice Geschichte hat für mich definitiv keinen würdigen Abschluss gefunden.

Alles in allem hat mich dieses Buch einfach nicht packen können. Wer möchte, kann sich seine eigene Meinung darüber bilden, vielleicht gefallen euch ja die Charaktere besser als mir, aber ich werde es definitiv kein zweites Mal zur Hand nehmen.

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Ein Gedanke zu “Setz das Puzzle zusammen und du siehst ein ausgelöschtes Leben…

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