Julia Mayer: Old Souls – Die Keime

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Inhalt

In einer Welt, in der jeder nach dem eigenen Überleben und der Wiedergeburt strebt, ist gerade letzteres nicht mehr möglich. Die Schuld daran wird den „Keimen“ gegeben, den Menschen, die noch in der ersten Phase ihrer Existenz stecken und sich an ihre früheren Leben nicht erinnern können. In dieser Welt befindet sich Avery mit dem mürrischen Skar auf der Flucht vor den Menschen, die ihnen nach dem Leben trachten. Doch der Weg zum Frieden ist lang und beschwerlich, und ihr Ziel, das Splittern, könnte sie ihr Leben und die Ewigkeit kosten…

Quickfacts

Autor: Julia Mayer
Titel: Old Souls – Die Keime
Preis: 9,99€ (Taschenbuch) | gratis E-Book
ISBN: 978-1481088633
Das Buch könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

Meine Bewertung

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch wirklich gut finden wollt, es aber nicht könnt, weil die Störfaktoren euch einfach nicht richtig reinfinden lassen? Genau so ging es mir bei „Old Souls – Die Keime“ von Julia Mayer. Von der ersten Seite an habe ich den ausgefeilten, poetischen Schreibstil der Autorin ins Herz geschlossen, hätte noch viele Seiten lesen können – leider kann ich das über die Geschichte und die Charaktere nicht sagen.

Schon am Anfang wird man mitten in das Geschehen geworfen, erlebt aus der Sicht Averys mit, wie ihre Flucht mit dem älteren Skar verläuft. Normalerweise stehe ich auf solche Anfänge, die einen direkt ins Geschehen einbinden, dem Leser sofort die Welt aufzeigen, in der er sich befindet. Das war an dieser Geschichte aber leider das erste große Manko: Zwar wird über das System der Welt, die „Keime“ und die vier Phasen, die die Menschen durchschreiten müssen, um die Wiedergeburt zu sichern, vieles gesagt, aber ansonsten bleibt der Leser im Dunklen über das Weltgeschehen. Es ist futuristisch und dystopisch angesetzt, soviel habe ich verstanden, aber schon die Klärung der einzelnen Kontinente, Reiche, Gesellschaftsschichten, die aufeinanderprallen, erfolgt nicht, und lässt den Leser verwirrt zurück.

Die Geschichte an sich plätschert recht langsam vor sich hin, und ich hatte hin und wieder das Gefühl, dass die Charaktere eigentlich nichts anderes machen als Drogen nehmen, trinken und über ihre Sorgen philosophieren. Erst im letzten Drittel wurde das Tempo ordentlich angezogen, und da hatte ich auch wieder Spaß am Lesen, weil man endlich ein wenig Action bekommt. Zumindest Avery, unsere Hauptfigur, macht dort eine Entwicklung durch, muss Schicksalsschläge verkraften und verändert sich. Aber das kann trotzdem nicht darüber hinwegtrösten, dass ich zu den Charakteren leider keine Verbindung aufbauen konnte. Dazu waren zu wenig Hintergrundinfos gegeben, es gab zu wenig Situationen, in denen sie Stärke gezeigt haben oder in denen sie ihren Charakter entfalten konnten. Ein positives Highlight war da lediglich Cosima, eine Häscherin, also jemand, der entlaufene Keime einfangen und töten muss, jedoch im Untergrund eben diesen hilft. Sie habe ich schon ein wenig ins Herz geschlossen, weil sie einfach diese gerechte, aber vernünftige Ader hat, die man bewundern kann.

Auch die kleinen Nebenstränge der Personen, die in den weiteren Teilen sicher noch eine große Rolle spielen werden, fand ich interessant, aber nicht mitreißend. Es war zur Auflockerung geeignet, aber wirklich gebraucht habe ich sie nicht.

Das hört sich jetzt nach ziemlich herber Kritik an, ist aber lediglich mein Eindruck nach dem ersten Buch. Was ich aber wirklich, wirklich positiv herausheben will, ist die spielerische Leichtigkeit, mit der Julia Mayer philosophische Ansätze und Satzkonstrukte streut, die mich immer wieder umgehauen haben. Ihr Schreibstil ist wirklich bewundernswert, und ich habe diesen sehr genossen.

Alles in allem war „Old Souls – Die Keime“ nicht gerade mein Lieblingsbuch, aber auch nicht schlecht. Ob ich die weiteren Teile noch lesen werde, um zu erfahren, ob die Charakterentwicklungen, die ich mir wünschen würde, noch stärker werden, werde ich dann spontan entscheiden.

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Ein Gedanke zu “Wenn du dich nach den Splittern deines Lebens sehnst…

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