Maggie Stiefvater: Blue Lily, Lily Blue

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Inhalt

Immer noch sind die vier Aglionby-Jungs auf der Suche nach Glendower, unterstützt von Blue, die nun auch noch was anderes antreibt: Wohin ist ihre Mutter verschwunden? Will sie überhaupt gefunden werden, ist sie in Gefahr? Das Geheimnis um das zauberhafte Örtchen Henrietta wird immer größer, und nebenbei bekommen sie auch noch Probleme durch ihren neuen Lateinlehrer, der sich als alter Feind entpuppt und vor Allem Ronan schaden könnte, der immer stärker an Adam hängt. Und dann entdecken sie nicht den König, den sie eigentlich suchen, sondern jemand anderes, der schon Jahrhunderte schläft…

Quickfacts

Autor: Maggie Stiefvater

Titel: Blue Lily, Lily Blue (Englisch) / Was die Spiegel wissen (Deutsch)

Preis: 18,95€ (HC)

ISBN: 978-0545424967 / 978-3785583302

Verlag: Script5

Meine Bewertung

Es ist Nacht. In einem niedlichen WG-Zimmer brennt außer einigen Kerzen nur eine kleine Leselampe. Ihr warmes Licht beleuchtet die Szenerie: Eine junge Frau, die hemmungslos weint, während sie die letzten Seiten des Buches in ihrer Hand im Rekordtempo liest. Und dann ist es vorbei, und sie möchte am Liebsten alles hinausschreien, ihre Frustration, ihre Trauer, ihre Begeisterung… aber ihre Mitbewohner schlafen schon, und da ist es unhöflich, sie mit Geschrei zu wecken.

Was soll man zu einem Buch sagen, das einen buchstäblich mitgerissen hat? Ich konnte es nicht aus der Hand legen, ich musste einfach wissen, wie es weitergeht! „Blue Lily, Lily Blue“, der dritte Teil des Raven Cycle von Maggie Stiefvater, war bis jetzt definitiv der Beste. Alles, was ich in den vorherigen bemängelt habe, die teilweise langwierigen Stellen, die fehlende Sympathie mit Charakteren, hat die Autorin dieses Mal einfach umschifft, und mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückgelassen. Okay, eigentlich habe ich erstmal mit beiden geweint, undzwar heftig. In diesem Teil müssen wir uns nämlich von einem geliebten Charakter verabschieden, was auch Blue sehr schwer fällt. Ihr Kummer ist unheimlich greifbar, und es tat so weh – Maggie Stiefvater schafft es wirklich, ihre Helden so authentisch zu schreiben, dass man das Gefühl hat, selbst einen Freund zu verlieren, wenn dieser stirbt. Vorhersehbar war es allerdings nicht – macht euch also auf eine Überraschung gefasst.

Auch die Story nimmt insgesamt sehr rasch an Fahrt auf, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Cliffhanger von Band 2 hier eine große Rolle spielt. Blue ist auf der Suche nach Maura, die Jungs wollen sie und Glendower natürlich immer noch finden, und dazu reist auch Professor Malory an. Mit seinem Assistenzhund. Und Malory… tja, der ist auch nicht ganz der, für den man ihn anfangs hält. Allerdings macht es wahnsinnig Spaß, die Stellen mit ihm zu lesen, vor Allem, wenn sich die Jungs einen Scherz mit ihm erlauben – ich liebe den sarkastischen Humor, den Maggie Stiefvater mit reinbringt, weil man nie genau weiß, ob Malory den selbst versteht oder nicht.

Auch Adam, mit dem ich ja seit Teil 2 nicht mehr so viel anfangen konnte, erhält in diesem Band wieder deutlich mehr Rampenlicht. Einerseits fand ich das gut, weil man so seine Beweggründe besser verstanden hat, andererseits haben mir Ronans Perspektiven sehr gefehlt. Aber die zwei werden zu einem immer besseren Team, und auch Adam scheint so langsam aufzufallen, dass sich hinter Ronans harter Schale so viel mehr verbirgt… Die Momente zwischen Blue und Gansey sind natürlich ebenfalls nicht zu kurz gekommen, obwohl ich mir hier eigentlich noch deutlich mehr gewünscht hätte. Allerdings ist mir klar, dass dies einfach den Rahmen des Buches gesprengt hätte, und es ist auch so sehr süß zu wissen, dass die zwei jede Nacht „heimlich“ telefonieren, dass das Knistern zwischen ihnen weiter anhält, während Blue aber immer mehr um Ganseys Leben bangt – schließlich hat sie ihn schonmal sterben sehen.

Auch die Antagonisten sind in diesem Band wieder einmal grandios gewählt. Die Autorin hat da wirklich ein Händchen für, und wir machen auch wieder Bekanntschaft mit dem Gray Man, der dieses Mal jedoch auf der Seite von Blue und den Jungs steht. Der Cliffhanger am Ende war jedoch sehr böse, und man bekommt einen Vorgeschmack darauf, wer sich im nächsten Band als Bösewicht anbahnt – und auch hier kommt ein alter Charakter wieder ins Spiel…

Was soll man also noch zu einem Buch sagen, dass einen vollkommen und unwiderstehlich mitgerissen hat? Ich liebe diese Geschichte. Ich liebe die Charaktere, die schon längst mein Herz in Beschlag genommen haben, weil sie so echt sind, weil sie eine Seele haben, Stärken, Schwächen, ihre eigene Geschichte in dem ganzen Drama drum herum… Man kann sie einfach nur lieb haben! Nach dem mehr als gemeinen Cliffhanger freue ich mich nun schon auf den vierten Teil „The Raven King“. Ob das der Abschluss ist, weiß ich leider nicht, aber ich möchte es eigentlich auch gar nicht wissen – am Liebsten sollte die Geschichte noch jahrelang weitergehen! Ich bin jetzt erstmal gespannt, wenn das Buch auf Englisch im April erscheint, vorbestellt ist es immerhin schonmal. Ich hoffe, es kann mit diesem grandiosen dritten Teil mithalten!

Das Buch könnt ihr unter anderem hier erwerben: (X)

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2 Gedanken zu “Der Wahrheit weiter auf der tödlichen Spur…

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