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Zwischen unendlicher Liebe und bitterer Trauer…

Ava Reed: For Good – Über die Liebe und das Leben

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Inhalt

Charlies Herz ist gebrochen, seit ihre große Liebe Ben von ihr ging. Die schicksalshafte Nacht, in der sie von dem Verlust erfuhr, lässt sie nicht los, und in jedem Winkel ihres Hauses sieht sie immer noch ihren Ehemann vor sich. Wie geht ein Leben weiter, wenn der wichtigste Teil darin fehlt? Wieso schlägt ein Herz immer noch, das doch längst in Splittern liegt? Charlie kann sich nicht aufraffen, wieder in den Alltagstrott überzugehen, so sehr sich das Freunde und Familie auch wünschen. Wird sie die Hoffnung wiederfinden und ihr Leben auch ohne Ben meistern?

Meine Bewertung

Haltet die Taschentücher bereit, wenn ihr euch an dieses Buch dransetzt. Charlies Geschichte berührt die Leser, und nachdem ich dieses Buch in den Händen hielt, konnte ich es kaum weglegen. Die Geschichte um die Trauer einer Frau, die doch einfach nur mit ihrem Mann glücklich werden wollte, hat auch mich tief berührt und immer wieder schlucken lassen.

Ava Reed hat sich bei dieser Geschichte wirklich viele Pluspunkte bei mir geholt. Zum Glück wusste ich schon von der Musikliste, die hinten im Buch inbegriffen ist, mit den Titeln, die sie beim Schreiben am Meisten gehört hat, und die liefen dann auch bei mir zum Lesen rauf und runter, was ebenfalls für eine Stimmung gesorgt hat, durch die ich mich sehr gut in Charlie reinversetzen konnte. Ihre Trauer wird unheimlich real geschildert und geht unter die Haut, da sie den wichtigsten Menschen in ihrem Leben verloren hat, und damit auch einen riesigen Teil ihrer Hoffnung. Funktionieren kann und will sie nicht mehr, sie versinkt in ihrer Trauer, weil sie nicht begreifen kann, wieso ihr so etwas widerfährt. Ich denke, dass Ava hiermit wirklich einen Nerv getroffen hat, den wohl alle nachfühlen können, die jemand Geliebtes an den Tod verloren haben. Dieses schwarze Loch, in dem man versinkt, aus dem man sich aber irgenwann auch rauskämpfen muss, weil das Leben eben doch weitergeht – genau das fällt der Protagonistin so schwer.

Das Buch ist aufgeteilt in die Gegenwarts- und Erinnerungskapitel, wobei letztere die Geschichte von Charlies und Bens Liebe erzählen, bis hin zur Todesnacht. Alles ist aus Charlies Sicht beschrieben, und dadurch kann man sich auch so gut in sie reinversetzen – man erlebt ihre Geschichte, ihren Werdegang mit Ben von Anfang an und versteht auch besser, wieso sie sein Tod so sehr plagt.

Am Anfang der Gegenwartskapitel, die Charlies Kampf mit sich selbst beschreiben, steht immer wieder ein Gedicht, auf das auch die Protagonistin Bezug nimmt. Es versetzt den Leser nach den süßen Erinnerungen wieder in die harte Realität zurück, in das Leid, die unglückliche Liebe. Hier hat die Autorin wirklich ein Händchen beim Aussuchen bewiesen, denn jedes Gedicht passt auch sehr schön zum folgenden Kapitel, das zumindest in mir immer wieder den Drang geweckt hat, Charlie einfach in den Arm zu nehmen und zu trösten. Manche ihrer Handlungen sind irrational, ihrem Schmerz geschuldet, aber trotzdem kann man doch immer wieder verstehen, wieso sie sich in ihr Schneckenhaus zurückzieht, wobei ihre Trauer immer größere Ausmaße annimmt.

Auch der Schluss hat mir sehr gut gefallen, wobei hier natürlich kein klassisches Happy End in Frage kommt. Trotzdem zeigt er auf, wie wichtig die Zuneigung und Hilfe von Freunden und der Familie für Trauernde ist, und dass man trotz Niederschlägen hart weiterkämpfen muss. Schließlich gibt es sogar drei Zusatzkapitel aus Bens Sicht, die mir sehr gut gefallen haben, da sie auch seine Liebe zu Charlie und ihren Einfluss auf sein Leben sehr gut beschreiben. Die beiden Charaktere, ebenso wie Mia und Luke, ihre Freunde, und Pepper, ihr Hund, geben dem Buch eigentlich den Antrieb, den es braucht, während immer wieder die Philosophierungen der Autorin ihren Platz darin finden. Es regt immer wieder zum Nachdenken an, und spendet Trost für die Leser, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation wie Charlie wiederfinden und auch ihren Weg beschreiten müssen. In diesem Sinn empfehle ich das Buch gern weiter, da es tief berührt und mir klar gemacht hat, dass das Leben nicht immer schön ist, man aber gleichzeitig nicht nur in den traurigen Seiten versinken darf. Jeder trauert anders – das heißt aber nicht, dass man allein trauern muss.

Das herzzerreißende Buch aus dem Booklover Verlag erhaltet ihr unter Anderem hier: (X)

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7 Kommentare zu „Zwischen unendlicher Liebe und bitterer Trauer…

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