Allgemein · Bücher · Rezension

Ein Kuss ist auch nur ein Schuss ins Herz…

Eva Völler: Zeugenkussprogramm

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Inhalt

Emily hat es wahrlich nicht leicht. Der neue Freund ihrer Mutter ist ein totaler Versager, ihre Omi schreibt auf dem Beifahrersitz des Autos schmachtende Liebesromane, und dann entpuppt sich Jonas, der Loser, auch noch als Krimineller. Und Emmy gerät mitten in eine Schießerei. Dabei steht doch ihr Abi kurz bevor! Aber Pustekuchen – plötzlich gerät sie in ein Zeugenschutzprogramm, wird in die Rhön verfrachtet und vermisst ihr altes Leben in Berlin schrecklich. Und auch den attraktiven Personenschützer Pascal – bis der plötzlich wieder bei ihr auf der Matte steht. Doch schnell spitzt sich die Gefahrenlage weiter zu, und Emily muss nicht nur um ihr Herz, sondern auch um ihr Leben fürchten…

Meine Bewertung

Hab ich es schonmal erwähnt? Ich steh auf Geschichten mit Bodyguards, Geheimagenten, Polizisten in Sondermission… eigentlich auf alle, die eine Waffe haben und sich damit ein Gefecht liefern, um ihren Liebsten zu retten. Und bei Eva Völlers süßem Buch verrät ja schon das tolle Wortspiel im Titel, dass es definitiv eine Liebesgeschichte geben wird. Und die hat mir dann auch zwischendurch so gut gefallen, dass ich mich dabei ertappt habe, wie ich mittendrin flüsterte: „Küss sie, küss sie endlich!“

Aber mal von Anfang an. Dieses Buch lag ewig auf meinem SuB, bis ich dieses Mal einfach random.org benutzt habe, um eine Nummer auszulosen, welches Buch ich als nächstes lesen soll. Und ich muss sagen – es hat sich absolut gelohnt. „Zeugenkussprogramm“ hat mich einen Tag gekostet, aber das war grandios angelegt, denn dieses Buch bezaubert einfach durch eine süße Liebesgeschichte, witzige Charaktere und einen Schreibstil, der nur so dahinfließt. Bei Eva Völler klingt nichts angestrengt jugendlich, es scheint, als würde sie total verstehen, wie Teenager interagieren. Und dass bei der Liebe einfach auch mal der Kopf komplett aussetzt und man dann so dämliche Sachen wie das „Ketchup-Experiment“ macht… Allein wegen dieser einen Textstelle, die so herrlich Emilys Schwärmerei zeigt, habe ich die Autorin geliebt. Wie viel ich gelacht habe! Es ist wirklich ein herrlich kurzweiliges Buch, das auch durch viel Witz und Charme besticht.

Auch die Nebencharaktere fand ich total bezaubernd. Die schrullige alte Omi, die sich so leidenschaftlich ihren Büchern hingibt (und dabei durchaus mal pikante Szenen schreibt), oder der Hacker Tommy, den Emmy in der neuen Heimat trifft, eigentlich ist jeder sehr schön ausgearbeitet und hat seine Eigenarten. Dabei liegt der Fokus aber trotzdem weiterhin auf Emily und dem Fall, der ziemlich kompliziert ist, vor Allem am Ende. Aber ich fand die Auflösung sehr gut ausgestaltet, weil es so einige Irrwege gab, auf die ich vorher reingefallen bin. Und dann gibts da noch Pascal – für den ich wahrscheinlich in der Realität auch geschwärmt hätte. Er ist aber auch zu lieb, wie er sich um Emily kümmert und sich dafür sogar selbst eine Tarnidentität anlegt. Und zwischen den Beiden gibt es teilweise sehr witzige Dialoge, vor Allem, als Emmy sich betrinkt – und Pascals Coolness überrascht auch da, ist aber nicht aus der Luft gegriffen. Er ist nicht krampfhaft darauf bemüht, sich total lässig darzustellen, und man hat wirklich den Eindruck, dass auch er, als Objekt von Emilys Begierde, sehr abgerundet ist und ein wirklich gut gemeisterter Charakter ist, der locker in die Realität passen würde.

Und dann hat Eva Völler noch einen Pluspunkt eingesammelt: Emily wird im Rahmen des Zeugenschutzprogramms in die Rhön gebracht. In die wunderschöne Rhön! In Hessen! Wasserkuppe inklusive! Ja, da bin ich auch total gern, ich hatte beim Lesen alles vor Augen, und als dann sogar noch Frankfurt erwähnt wurde, war ich hin und weg. Da kam mal die Hessin in mir durch.

Alles in allem war ich wirklich überzeugt von diesem Buch, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in Emilys turbulente, actionreiche Geschichte einzutauchen. Außerdem hat dieses Buch noch einen ganz besonderen Status: Ich habe damit meine Jahreschallenge erfüllt! 50 Bücher habe ich insgesamt in diesem Jahr gelesen, und wahrscheinlich werden es noch mehr. Ich bin aber froh, dass gerade „Zeugenkussprogramm“ das letzte Buch in der Challenge war, denn es hat nunmal meine Lieblingsthematik aufgegriffen.

Das Buch aus dem Hause One (Bastei Lübbe) könnt ihr unter anderem hier erwerben: (X)

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