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Gemeinsam sterben für den Tod…

Rick Riordan: Helden des Olymp – Der Sohn des Neptun

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Inhalt

Percy Jackson, der wohl berühmteste Halbgott der heutigen Zeit, erinnert sich nicht mehr an seine Vergangenheit. Nur Annabeth, das Mädchen, das er immer noch liebt, spukt in seinen Träumen herum, doch er hofft, die Antworten, die er sucht, im Camp Jupiter zu finden. Doch die Römer dort sind ihm nicht unbedingt freundlich gestimmt, und wieder einmal erwartet ihn ein Auftrag, bei dem er mit dem Tod konfrontiert wird – wortwörtlich. Denn der wurde von Gaia gefangen genommen, und so kehren die Toten wieder ins Leben zurück. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden muss Percy versuchen, das Schicksal des Camps zu wenden, doch auch Hazel, die gutmütige Tochter Plutos, die einen schrecklichen Fluch mit sich rumträgt, und Frank, der ängstliche Sohn des Mars, dessen Familienerbe auf seinen Schultern lastet, während sein Leben an einem Stück Holz hängt, müssen ebenfalls ihre Schlachten schlagen. Können sie Thanatos rechtzeitig befreien und wieder zum Camp Jupiter zurückkehren, bevor es zu spät ist?

Meine Bewertung

Ich weiß nicht, wie Rick Riordan es schafft, immer wieder sympathische, ausgereifte Teenager-Charaktere zu schreiben, bei denen jeder ganz anders ist und trotzdem mit dem Team harmoniert, aber irgendwie kriegt er es einfach jedes Mal hin. Wieder einmal bin ich in Percys Welt abgetaucht und habe mich mitreißen lassen von den Halbgöttern, deren Missionen immer schwieriger und tödlicher werden – während sie sich schließlich selbst mit dem Tod konfrontiert sehen.

Ich muss gestehen, dass mir zwar der Anfang des Buchs sehr gut gefallen hat, weil wieder einmal viel Action drin war und ich Camp Jupiter, das römische Pendant zu Camp Half-Blood äußerst interessant fand (hier hat immer mal wieder mein Latein-Unterricht gegrüßt), aber leider hatte dieser Teil der zweiten Halbgott-Reihe aus Riordans Feder deutliche Mängel. Zwischendurch gab es immer wieder Hänger, Frank und Hazels Geschichten wurden immer und immer wieder durchgekaut, und die Charakterentwicklung fand diesmal viel zu spät statt. Dafür wurde das Ende dann total abgehackt abgehandelt, viel zu schnell für meinen Geschmack, auch wenn ich die finale Schlacht wirklich interessant fand.

Riordans große Stärke sind wirklich seine Charaktere. Ich habe mich über das Wiedersehen mit Percy unheimlich gefreut, weil wir hier jemanden haben, der auch mal den Göttern ordentlich Paroli bietet (*hust* Mars *hust*) und natürlich kennt man ihn als Fan der Reihe schon aus der Percy Jackson-Reihe. In den Helden des Olymp finde ich ihn aber ein wenig gereifter, wenn auch nicht unbedingt weniger herausfordernd – man merkt jedoch trotzdem, dass er nicht mehr der kleine, zwölfjährige Junge ist, sondern schon ordentlich was mitgemacht hat. Seine zwei neuen Freunde, Frank und Hazel, fand ich jedoch absolut grandios, und sie haben ihm in gewissem Maß das Rampenlicht gestohlen. Frank, der Kuschelbär, der doch eigentlich viel zu lieb und ein wenig tollpatschig ist, soll der Sohn des Kriegsgottes sein, und er trägt die Last seiner Familie mit sich rum, und sein Leben, das von einem kleinen Holzscheit abhängt. Hazel, Nico di Angelos Halbschwester, hat eine äußerst interessante Vorgeschichte, die mich im Sturm erobert hat, und auch sie muss wegen ihrer Familie unter einem Fluch leiden. Ich muss sagen, dass ich einen kleinen Fangirl-Alarm hatte, als Nico in diesem Teil wieder aufgetaucht ist, aber das ist ja nicht weiter verwunderlich – verdammt, es ist schließlich NICO! Außerdem lernen wir unter anderem auch Reyna, die Prätorin kennen, die mit Jason wohl noch ein Hühnchen zu rupfen haben wird, und Octavian, der Kuscheltiere massakriert. Beide sind auf ihre Art wirklich gut ausgedacht, und ich danke Rick Riordan dafür, dass er es einfach draufhat, Teenager zu schreiben, die keine 0815-Persönlichkeit, sondern jede Menge Stärken und Schwächen, ihre eigene Geschichte und wundervolle kleine Eigenheiten haben, die mich immer wieder lachen lassen.

Das Ende hat dann schließlich dafür gesorgt, dass ich doch wieder mit diesem Teil der Reihe versöhnt wurde. Die Prophezeiung der Sieben wird weitergesponnen, und in Rom trifft ein Schiff ein – ein ganz besonderes Schiff. Römer und Griechen werden jetzt gemeinsam agieren müssen, aber ob das wohl gut geht? Ich lasse mich überraschen, schließlich liegt der nächste Teil schon griffbereit. Und bis dahin fangirle ich mal noch ein bisschen mehr über all die wundervollen Charaktere, von denen ich einfach nicht genug bekomme.

Das Buch aus dem Carlsen Verlag könnt ihr unter anderem hier erwerben: (X)

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Ein Kommentar zu „Gemeinsam sterben für den Tod…

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