Amy Ewing: Das Juwel – Die Gabe

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Inhalt

Die Surrogat Violet lebt in einer Welt, die vom Adel kontrolliert wird. Von klein auf wird sie darauf trainiert, unendliche Schmerzen auszuhalten, um das Überleben des Adels zu sichern, den Fortbestand der uralten Familien, die selbst keine Kinder bekommen können. Surrogate wie Violet sind ihre einzige Hoffnung und gleichzeitig Wegwerfware für die reiche Elite. Als Violet ersteigert wird, darf sie in einen wunderschönen Palast im Herzen der Stadt, im Juwel, einziehen. Doch egal, wie viel Glamour ihr Leben verspricht – sie ist ein Mensch zweiter Klasse, das Haustier, und sie muss abliefern. Schnell findet sie raus, dass der schöne Schein schreckliche Grausamkeiten verbirgt – und doch blitzt ein wenig Hoffnung am Horizont auf…

Meine Bewertung

Was soll man zu einem Buch sagen, das so umwerfend war, dass man einfach alles vergisst und stundenlang nur dasitzt und liest? Genau das ist mir nämlich in dieser Geschichte passiert. „Das Juwel“ hat mich völlig in den Bann gezogen, und ich hatte es so auch verhältnismäßig schnell durch. Das kann aber auch ebenso gut am schönen, einfachen Schreibstil liegen, der trotzdem detaillierte Beschreibungen beinhaltet, die nicht zäh werden.

Die Protagonistin Violet fand ich sehr interessant, und ich mochte es, mehr über ihr Leben zu erfahren. Ihr Leben in einer Verwahranstalt, dann im Juwel, hatte immer wieder Schattenseiten, die mich tief berührt haben, und ich habe zum Schluss hin wirklich mit ihr mitgefiebert und ich hatte unheimliche Angst um sie. Ihr Charakter war sehr gut ausgearbeitet, sie ist ein ruhiges Mädchen, das eigentlich weiß, was sie vom Leben haben will. Doch der ständige Schmerz weckt auch in ihr den Drang, sich gegen die Behandlung durch die Adligen aufzulehnen. Ihre Gegenspielerin, die Herzogin vom See, fand ich auch sehr interessant, wenn sie mir auch nicht wirklich sympathisch war. Ich hätte allerdings auch gern noch mehr über ihre Vergangenheit erfahren und vor Allem, was es damit auf sich hat, dass sie ihre Nichte, die sie ja offen verachtet, bei sich aufgenommen hat. Insgesamt hätte da für mich einfach noch ein wenig mehr Vorgeschichte drinsein können.

Was ich an diesem Buch wirklich mochte, war auch der Aspekt, dass es zwar eine Liebesgeschichte gibt, diese steht allerdings nicht besonders stark im Mittelpunkt und wird erst zum Ende hin bedeutender. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es hat mich wirklich angenehm überrascht, dass sich die Story mehr auf Violets Leben unter den schwierigen Regeln fokussiert hat.

So richtige Kritik habe ich an dieser Geschichte eigentlich nicht. Sie war sehr spannend und aufwühlend, und ich fand die neue Welt, in die man eintauchen konnte, äußerst interessant, bis hin zu all den kleinen Machtspielchen und Ränken unter den Adeligen, die sich auch nicht alle grün sind. Was sich mir noch nicht ganz erschlossen hat, ist die ganze Politik der Stadt, in der alle leben. Wer genau macht denn jetzt die Gesetze, wer regiert das Volk? Es gibt zwar das Fürstenpaar, und all die anderen Adeligen, die auf verschiedenen Stufen stehen, aber mir erschließt sich irgendwie noch nicht so ganz, wie diese Regierung nun aussieht, da man auch immer mehr von den zahlreichen Bällen mitbekommt, und es außer den Surrogate keine anderen nennenswerten Dinge gibt, die politische Positionen erfordern. Trotzdem werden Bündnisse geschmiedet und Feindschaften geführt – wozu diese letztendlich gut sind, verstehe ich aber nicht. Vielleicht wird das ja noch im nächsten Teil erklärt.

Was ich auch sehr gern mochte, war die Beschreibung von Violets Fähigkeit, und was diese mit ihrem Körper anrichtet. Dass sie darunter leidet, dass sie eine Begabung hat, und das nicht nur mental, sondern auch körperlich, fand ich sehr gut ausgedacht, denn es unterstreicht nochmal diese Grausamkeit, die man im Juwel ohnehin schon findet – die Surrogate sind nur da, um dem Adel zu nützen, wie es ihnen geht, interessiert die Herrscher nicht. Gerade am Beispiel von Surrogate wie Dahlia und Raven, einigen von Violets Bekannten, hat sich auch herausgestellt, wie sehr die Mädchen für etwas leiden müssen, das sie nicht beinflussen können – mit einer Gabe ausgestattet, die ihnen zwar viel Macht verleiht, aber auch unendlich viel abverlangt.

Zu guter letzt noch das Cover, das ja nun wirklich ein Schmuckstück ist und trotzdem die Geschichte wahnsinnig gut aufgreift. Mir gefällt der erste Eindruck, das pink und die vielen Rüschen, die kleinen Schmucksteine, die in den Einband eingesetzt sind, vermitteln das Gefühl, das auch bei den Beschreibungen des Lebens im prunkvollen Juwel auftaucht. Und dann ist da dieses Mädchen, das wohl Violet darstellen soll, in sich zusammengesunken – fast, als würde die Pracht sie erdrücken und ihr die Luft zum Atmen nehmen. Das spiegelt meiner Meinung nach die Geschichte sehr gut wieder und ist ein Blickfang in jedem Bücherregal. In meinem möchte ich dieses wundervolle, wenn auch sehr traurige Buch nicht mehr missen wollen.

Ihr könnt das Buch unter anderem hier erwerben: (X)

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Ein Gedanke zu “Nicht jedes Juwel, das glitzert, verheißt etwas Gutes…

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