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Seelen, die füreinander geschaffen sind, finden immer zueinander – oder nicht?

Jennifer Wolf: Abendsonne – Die Wiedererwählte der Jahreszeiten

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Inhalt

Hundert Jahre, nachdem Maya Morgentau die Entscheidung ihres Lebens getroffen und sich in der Welt der Jahreszeiten behauptet hat, erhält das Dorf Hemera die Nachricht, dass Gaia in diesem Zyklus keine Hüterin, sondern ein ganz normales Mädchen aus dem Dorf für ihre Söhne auswählt. Dahlie Abendsonne denkt gar nicht dran, die Erde zu verlassen, viel zu wichtig ist ihr ihre Freiheit – doch alles kommt anders, als sie es sich ausgemalt hat, als sie von Gaia auserwählt wird und man sie darauf vorbereitet, einen der Sprösslinge der Erdmutter zu heiraten. Doch Dahlia will ihre Familie, die sie über alles liebt, nicht zurücklassen, und sie muss doch immer noch das Rätsel klären, was es mit ihren seltsamen Träumen und Visionen von einem überaus lieben Mann auf sich hat, der sie seltsamerweise Melinda nennt. Als sie dann die Jahreszeiten trifft, wird ihr jedoch bewusst, dass sie schon immer für eine von ihnen bestimmt war: Ihre Seele ist die wiedergeborene Geliebte einer früheren Auserwählten. Aber wird das auch der ihr bestimmte Partner einsehen?

Meine Bewertung

Hach, Jennifer Wolf, was machst du nur mit meinem Herz? Nach „Morgentau – Die Auserwählte der Jahreszeiten“ hatte ich ja die Angst, dass ich den neuen Hauptcharakter nicht so sehr mögen würde wie meine liebe Maya. Und trotz anfänglicher Skepsis ist mir Dahlia doch sehr ans Herz gewachsen.

Jennifer Wolf schafft es eben einfach immer wieder, die Leser in ihre märchenhafte Welt zu entführen. Wieder einmal haben es mir besonders die Naturbeschreibungen angetan, ich hatte den blühenden Lavendel förmlich vor Augen, den Geschmack von Apfelsaft auf den Lippen, ebenso wie die Protagonistin Dahlia, die keine Hüterin im Orden der Mutter ist, sondern ein einfaches Mädchen vom Dorf. Ungezähmt, wild, aber trotzdem voller Liebe und Tatendrang kann man sie kaum mit ihrer Vorgängerin Maya vergleichen, aber trotzdem bekommt man von ihr ein sehr stimmiges Bild, das einen sofort mit ihr mitfühlen lässt.

Glücklicherweise ist die Geschichte wirklich gut ausgearbeitet worden. Zwar hatte ich an einigen Stellen die Befürchtung, dass es zu sehr „Morgentau“ wiederholt, und eine Nacherzählung braucht man davon ja nun wirklich nicht, aber dann hat Jennifer Wolf die Story wieder so gedreht, dass Dahlia komplett andere Entscheidungen getroffen hat, dass sie ihren eigenen Weg gegangen ist, und schon hatte auch der zweite Band wieder etwas völlig Neues, ihm Eigenes.

Die Liebesgeschichte ist tatsächlich ebenso schön geworden, wie im ersten Band. Dahlias Träume führen den Leser schon früh in das Geschehen ein, und es ist nicht schwer zu erraten, für wen sie sich wohl entscheiden wird. Auch die restlichen Jahreszeiten bekommen kleinere Auftritte, wobei ich hoffe, dass sie in den Folgebänden noch mehr ausgeführt werden. Bei „Nachtblüte“ dürfen wir, dem Epilog nach schließend, von etwas mehr Spielzeit für Aviv, dem Frühling, ausgehen.

Was mich an einigen Stellen irritiert hat, waren die schnellen Szenenwechsel. Auch der rasante Umschwung von Anfeindung zwischen dem füreinander geschaffenen Paar zu inniger Liebe kam mir sehr überstürzt vor, was Jennifer Wolf dann aber wieder mit dem Ende rausgehauen hat – meine Güte, was für eine Spannung! Die Autorin schafft es einfach, viele Wendungen in das Geschehen zu bringen, und so ein Happy End zu Stande zu fördern, das der Leser gar nicht vorhersehen konnte. Ich bin immer noch begeistert davon, wie sie die Tragik dieser Liebe ebenso schön gelöst hat, wie bei Maya und Nevis!

Was soll ich noch sagen? Auch das Cover ist mal wieder wunderschön gelungen, großen Respekt dafür! Ich konnte diesmal leider kein eigenes Foto machen, weil mein Kindle so alt ist, dass er keine Bilder anzeigt. Süß, nicht? Ich werde mir den zweiten Teil natürlich auch als Print kaufen, sobald dieser nächsten September erscheint, und jetzt bin ich schon voller Vorfreude auf „Nachtblüte“, wobei ich wirklich hoffe, dass es wieder so viele Plot Twists und Irreführungen geben wird, wie in diesen zwei Bänden. Die Ausgangslage ist schonmal vielversprechend (VORSICHT, SPOILER!): Aviv und Sol dürfen selbst auf die Erde, um sich ihre Geliebten auszusuchen, die fortan als Tiergeist bei ihnen bleiben – wofür sie jedoch ihre bisherigen tierischen Begleiter opfern müssen. Na, wenn das keine Spannung verspricht!

Das E-Book könnt ihr unter Anderem hier erwerben: (X)

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3 Kommentare zu „Seelen, die füreinander geschaffen sind, finden immer zueinander – oder nicht?

    1. Ich werde mir die Printausgabe wohl auch zulegen, der Vollständigkeit halber, aber du musst es auf jeden Fall lesen, wenn du schon den ersten Teil mochtest – es ist soooo wahnsinnig schön *-*

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