Laura Kneidl: Light & Darkness

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Inhalt

Light Adam stammt aus einer Familie von Delegierten. Ihr Bruder, ihre Mutter, ihr Vater, sie alle kennen den Beruf, den sie auch ausüben will: Die Paranormalen beschützen und zwischen ihnen und den Menschen vermitteln. Und Light scheint wie geschaffen dafür, ein engelsgleiches, liebenswürdiges Mädchen mit Freude am Leben und einer großen Portion an Verantwortungsbewusstsein. Doch durch einen winzigen Fehler im System geschieht das Unglaubliche: Bei ihrer Delegationsfeier erhält sie einen Dämon zugeteilt, der das genaue Gegenteil von ihr zu sein scheint. Aufmüpfig, rebellisch, und äußerst schwer zu durchschauen. Doch das sind nicht Dantes einzige Fehler. Nein, er ist zudem noch männlich, und dürfte demnach gar nicht zu Light, einer weiblichen Delegierten, geschickt werden. Bis dieser Fehler behoben wird, müssen sie jedoch miteinander klarkommen, und das wird nicht nur von Dantes schwierigem Verhalten, sondern auch von der Eifersucht des Vampirs Kane, dem paranormalen Wesen ihres Bruders Jude, erschwert. Nach und nach gelingt Light jedoch in ihrem Ehrgeiz, ihre Aufgabe zu erfüllen, hinter Dantes Fassade zu blicken. Und sie lernt nicht nur hautnah seine düstere Familie kennen, sie schafft es tatsächlich auch, sein Vertrauen zu gewinnen – auch, wenn sie sich dafür in Lebensgefahr begeben muss…

Meine Bewertung

Für „Light & Darkness“ habe ich schon so viel Lob prasseln hören, dass ich wirklich neugierig auf das Buch war. Vielleicht trägt das auch dazu bei, das ich bei diesem Stück Fantasy ein wenig zwiegespalten bin – ich finde es zwar gut, aber es gibt wesentlich Bessere. Trotzdem ist die Story sehr solide.

Fangen wir bei den Charakteren an. Wenigstens Light und Dante sind gut ausgeführt worden, haben ihren eigenen Charakter, was man bei Protagonisten auch erwarten kann. Bei der Delegierten Light sind diese Charakterzüge auch sehr gut durchgehalten, was man von Dante allerdings nicht so ganz behaupten kann. In der ersten Hälfte des Buches fand ich seinen rebellischen Charakter äußerst nervig, vor Allem, weil mir die Begründung dafür nicht wirklich gereicht hat. Er hat schwere Schicksalsschläge hinter sich, seine Mutter ist gestorben, sein Vater gehört einer Gruppe von Terroristen an, die Menschen umbringen – joa, und deshalb benimmt er sich wie der letzte Dreckskerl? Irgendwie nicht so wirklich nachvollziehbar, da er ja nun jemanden hätte, der sich wirklich um ihn bemüht. Allerdings muss man ihm zugute halten, dass er sich grundlegend ändert, als Light beinahe ihr Leben für ihn opfert, und er fängt wirklich an, lieb zu ihr zu sein und sich für seine Fehler zu entschuldigen. Danach fand ich ihn ganz okay, auch wenn mir anschließend die Liebesgeschichte zwischen den Beiden wirklich zu erzwungen vorkam.

Ein großer Kritikpunkt ist für mich, dass so viele Sachen angesprochen werden, von denen man danach kaum noch was hört. Die Beziehung zwischen Dante und seiner Mutter, die ja ein tragender Stützpunkt seines Charakters sein soll, hätte viel besser thematisiert werden können, ebenso wie die Krankengeschichte von Jude, Lights Bruder. Dantes Fähigkeit, in Menschen zu lesen, wird zwar angesprochen, aber nicht richtig ausgeführt, ebensowenig wie das, was er in Kane zu lesen meint. Außerdem gibt dieser Punkt Anlass zu einem großen Logikfehler: Warum wusste Dante trotz seiner Fähigkeit nicht, dass der Lockvogel bei einem Angriff auf ihn und Light sie in eine Falle locken wollte?

Der Spannungsbogen läuft bei der Geschichte ein wenig inkonsistent ab, alles in allem ist es aber doch angenehm und das Buch lässt sich gut lesen. Auch Lights Gedanken kann man dank den Ausführungen der Autorin gut nachvollziehen. Das Regelwerk der Delegierten, das eine wichtige Rolle spielt, gibt dann jedoch wieder ein wenig Anlass zur Kritik. Warum dürfen Delegierte und ihre zugeteilten Wesen keine Beziehung führen, wenn sie doch so gut zueinander passen? Warum wird nach Geschlechtern getrennt? Dass dieses Problem am Ende des Buches angesprochen wird und Light und Dante dagegen ankämpfen, war für mich ein großer Lichtblick, weil die Regeln einfach keinen Sinn machen. Und damit bin ich schon beim letzten Punkt, der mir an dem Buch wohl am Besten gefallen hat. Haltet euch fest: Es gibt doch tatsächlich ein homosexuelles Pärchen! Und diese sprechen auch noch ganz offen Heteronormativität bei den Gesetzen an! Jetzt mal ernsthaft, obwohl sie kaum vorkommen und das Thema sehr oberflächlich angekratzt wird, hat die Autorin damit einen riesigen Pluspunkt bei mir gemacht.

Zum Schluss lässt ich sagen: Wer auf teilweise etwas seichte Fantasy mit viel Liebe steht, der ist hiermit wirklich gut bedient. Man hat es schnell durch, und es ist auf großen Strecken ziemlich amüsant und auch interessant, aber den großen Hype darum kann ich nicht so ganz verstehen. Trotzdem bin ich froh, es in meinem Bücherregal zu haben.

Erwerben könnt ihr das Buch unter anderem hier: (X)

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Ein Gedanke zu “Ein Fehler im System, ein junger Dämon, und ein engelsgleiches Mädchen: Hassliebe vom Feinsten?!

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