Bücher · Rezension

Wessen Tod nimmst du in Kauf: Deinen oder ihren?

Jodi Picoult: Beim Leben meiner Schwester

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Inhalt

Das idyllische Leben der Familie Fitzgerald wird zerstört, als ihre Tochter Kate an Leukämie erkrankt. Ihre Eltern wollen nicht hinnehmen, dass sie dem Tode geweiht ist und finden schließlich einen Doktor, der ihnen eine Chance in Aussicht stellt: Da ihr Sohn Jesse nicht als Spender in Frage kommt, würde ein weiteres Kind möglicherweise die Gene tragen, die Kates Leben retten könnten. Doch als die jüngste Tochter Anna zur Welt kommt, muss sie schon Qualen erleiden und die lebenswichtigen Stammzellen spenden, die Kates Überleben sichern. Als Anna schließlich 13 Jahre alt ist, soll sie ihrer Schwester eine Niere spenden – und weigert sich. Ihre Mutter kämpft mit aller Macht, um den Willen ihrer jüngeren Tochter zu brechen, doch als diese sich den  Top-Anwalt Campbell Alexander nimmt, der sie vor Gericht gegen ihre Eltern vertritt, scheint sich die Lage zu Hause endgültig zuzuspitzen…

Meine Bewertung

An dieses Buch bin ich mit sehr hohen Erwartungen gegangen. Bevor ich es gekauft habe, sah ich den Film schon mindestens drei Mal und er gehört auch heute noch zu meinen Liebsten, aber das Buch hat selbst dieses Meisterwerk noch übertroffen. Jedes Kapitel ist aus einer anderen Sichtweise geschrieben, und vor Allem die Rückblenden aus der Sicht der Mutter Sara gehen einem an die Nieren. Während des ganzen Buchs musste ich tief schlucken und selbst Tage danach hat noch ein beklemmendes Gefühl an mir genagt. Auch Jesses Geschichte, die Geschichte eines Jungen, der nie im Mittelpunkt steht und dessen Probleme aufgrund von Kates Krankheit in den Hintergrund gerückt werden, hat mir oft die Tränen in die Augen getrieben. Um ehrlich zu sein, war ich das ganze Buch über ein nervliches Wrack, aber ich hatte mich seelisch schon auf das Ende gewappnet, das ich ja schon vom Film kannte. Oder auch nicht, wie sich herausstellen sollte – jeder, der zuerst den Film anschaut und dann das Buch liest, darf sich auf einen Plot-Twist freuen (oder auch nicht), der es in sich hat. Spoilern will ich an dieser Stelle nicht, aber haltet lieber auch hier die Taschentüchter bereit.

Insgesamt kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen, der auf die großen Gefühle steht. Die ethischen Probleme im Buch haben mich noch wochenlang zum Nachdenken angeregt, teilweise habe ich diese in einem Aufsatz für meinen Ethikunterricht verarbeitet, mit einem guten Ergebnis. “Beim Leben meiner Schwester” ist aber wirklich nichts für schwache Nerven, und sollte mit viel Ruhe und Geduld gelesen werden, damit auch wirklich alle verschiedenen Handlungsstränge genossen und genügend verdaut werden können. Mein Tipp: Sofort ab in die Buchhandlung und dieses Meisterwerk von Jodi Picoult kaufen.

Das Buch könnt ihr unter anderem hier erwerben: (X)

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3 Kommentare zu „Wessen Tod nimmst du in Kauf: Deinen oder ihren?

  1. Wow, wirklich tolle Rezi. Ich hab bisher auch nur den Film gesehen und fand den auch schon super gut gemacht, vorallem einfach nur tränenreich (bei mir….)
    Deine Rezi hat mich soeben dazu bewegt das Buch auch bald zu kaufen.

    🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Das freut mich sehr! Wenn dir der Film gefallen hat, wirst du garantiert nicht vom Buch enttäuscht werden, auch wenn das Ende wirklich stark abweicht und du damit einen ganz anderen, aber ebenso emotionalen Schluss bekommst. Erzähl dann mal, wie es dir gefallen hat 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo liebe Klaudia,

    ich habe „Beim Leben meiner Schwester“ auch vor kurzem erst gelesen und gestern rezensiert und ich hoffe, es ist für dich okay, dass ich deine Rezension in meiner unter der Überschrift “Weitere Rezensionen zu vorgestelltem Buch” verlinkt habe? Falls nicht, melde dich einfach kurz bei mir und ich lösche dich wieder raus, ja? 😉 Hier der Link:
    http://janine2610.blogspot.co.at/2016/06/rezension-beim-leben-meiner-schwester.html

    Alles Liebe ♥,
    Janine

    Gefällt 1 Person

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